Bundesrat

    Bundesrat Albert Rösti sattelt bei Staus auf Zug um

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Bern,

    Auch Bundesräte stehen mal im Stau. Verkehrsminister Albert Rösti steigt dabei in Ausnahmefällen in den Zug, um Termine nicht zu verpassen.

    Albert Rösti
    Albert Rösti wird in einem BMW zu Terminen gefahren. Doch wegen Staus muss er manchmal auch auf die Bahn ausweichen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Verkehrsminister Albert Rösti ärgert sich über Staus auf der Autobahn.
    • Er und seine Bundesrats-Gspänli erscheinen deshalb teilweise zu spät.
    • Manchmal sitzt Rösti schon im Auto und steigt dann in den Zug um, um den Stau zu umgehen.

    Er sei «sehr viel mit dem Auto unterwegs», sagt Bundesrat Albert Rösti kürzlich in der Sendung «NZZ-Standpunkte» auf SRF 1. Entsprechend stehe er immer wieder auch im Stau.

    Mit Folgen: «Wenn man einen Termin nicht einhalten kann, ist das schon Stress», erzählt der Verkehrsminister.

    Röstis Kommunikationschefin Franziska Ingold verrät nun auf Anfrage von Nau.ch, dass er zwar gelegentlich zu spät komme. Einen Termin ganz verpasst habe er aber nie.

    «In Einzelfällen kam es wegen unvorhergesehenem Stau zu Verspätungen. Termine absagen musste er als Bundesrat deswegen jedoch noch nie», sagt sie.

    Bei Bedarf weicht Albert Rösti kurzfristig auch auf die Bahn um. Schliesslich hat er als Bundesrat nicht nur ein Auto zur Verfügung, sondern besitzt auch ein GA für die 1. Klasse.

    Albert Rösti wechselt spontan auf die Bahn

    «Es ist schon vorgekommen, dass er bereits im Auto sass und dann doch mit der Bahn angereist ist», verrät Ingold. «Das ist jedoch eher die Ausnahme.»

    Stehst du oft im Stau?

    Bei jährlich über 50'000 Staustunden sei es nämlich schwierig, den Stau zu umgehen. «Natürlich versuchen wir stets, die aktuelle Verkehrslage zu berücksichtigen, sodass Staus in der Regel umfahren werden können», sagt Ingold.

    «Doch das gelingt nicht immer – und kann sehr ärgerlich sein, wenn man persönlich betroffen ist.»

    Bundesräte arbeiten während der Fahrt

    Auch Röstis Bundesrats-Gspänli stehen im Stau, wie die Bundeskanzlei gegenüber Nau.ch verrät.

    «Die Verschiebungen der Mitglieder des Bundesrats werden im Vorfeld geplant», erklärt der Informationsbeauftragte Manuel Wüthrich.

    «So können die Wahl der Verkehrsmittel und Routen den erwarteten Verkehrsverhältnissen angepasst und Staus meist vermieden werden.»

    Die Zeit im Auto ist keine verlorene Zeit: «Die Mitglieder des Bundesrats arbeiten während der Fahrt», sagt er.

    Bundesrat Albert Rösti
    Nicht nur Albert Rösti, auch seine Gspänli im Bundesrat versuchen, den Stau wenn immer möglich zu umgehen. - keystone

    In den Terminplänen der Bundesrätinnen und Bundesräte würden zudem notwendige Reserven eingeplant.

    «Wenn es also tatsächlich einmal vorkommt, dass sie in einen Stau geraten, halten sich die Auswirkungen in Grenzen. Verspätungen kommen nur äusserst selten vor», so Wüthrich.

    Eine Stau-Statistik für die Landesregierung führt die Bundeskanzlei nicht.

    Und auch das Bundesamt für Strassen (Astra) schlüsselt die Staustunden nicht spezifisch für die Bundesrätinnen und Bundesräte auf. 2024 registrierte das Astra insgesamt 55'600 Staustunden – 14 Prozent mehr als noch 2023.

    Albert Rösti will Autobahn und Schiene ausbauen

    Um die Staustunden zu minimieren, will Albert Rösti die Autobahnen ausbauen. Im Rahmen des Pakets «Verkehr '45» soll der Ausbau der Strasse mit dem Ausbau der Schiene gebündelt werden.

    Das Paket ist die Antwort auf Röstis Abstimmungsniederlage im November 2024. 52,7 Prozent der Stimmenden sagten damals Nein zum Ausbau von sechs Autobahn-Abschnitten für 4,9 Milliarden Franken.

    Soll die Verkehrsinfrastruktur in der Schweiz ausgebaut werden?

    Übrigens: Jedes Bundesratsmitglied hat Anspruch auf ein Repräsentationsfahrzeug inklusive Chauffeur.

    Albert Rösti wird in einer rein elektrischen Luxuslimousine, dem BMW i7 xDrive60, kutschiert. Auf das gleiche Modell setzen auch Beat Jans, Martin Pfister und Guy Parmelin.

    Aussenminister Cassis führt Inlandflüge an

    Auch Bundesrat Ignazio Cassis setzt auf einen BMW, allerdings auf ein Hybrid-Fahrzeug des Typs 745Le xDrive.

    Der Aussenminister nimmt aber auch gerne den Luftweg. 23 seiner insgesamt 85 Flüge im vergangenen Jahr fanden innerhalb der Schweiz statt.

    Ignazio Cassis
    Aussenminister Ignazio Cassis nutzt den Bundesrastjet am häufigsten. - keystone

    Neben dem «Taxi Ticino» (Strecke Bern-Agno TI) nutzte Cassis Flugzeug oder Helikopter etwa auch für Flüge nach Genf.

    Auch Karin Keller-Sutter und Guy Parmelin nahmen den Bundesratsjet gelegentlich im Inland in Anspruch.

    Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider nimmt in einem elektrischen Mercedes-Van des Typs EQV Platz.

    Karin Keller-Sutter
    Karin Keller-Sutter verzichtet auf ein Repräsentationsfahrzeug. - keystone

    Nur «Sparministerin» Karin Keller-Sutter verzichtet auf ein fix zugeteiltes Repräsentationsfahrzeug. Sie setzt bei Bedarf ein ziviles Unternehmen ein, das Fahrer und Fahrzeug stellt.

    Nur drei Bundesräte haben persönliches Dienstfahrzeug

    Zusätzlich steht den Magistraten ein Dienstfahrzeug für den persönlichen Gebrauch zur Verfügung. Von diesem Recht machen allerdings nur Cassis (BMW 330e), Baume-Schneider (Volvo C40 Recharge) und Parmelin (Mazda 3) Gebrauch.

    Dieses Auto gehört dem Bund. Pro Monat werden 0,9 Prozent des Kaufpreises vom Lohn des Bundesrats dafür abgezogen.

    Beim Ausscheiden aus dem Amt ist das Mitglied des Bundesrates berechtigt, das persönliche Dienstfahrzeug noch während vier Monaten zu benützen.

    Anschliessend haben die alt Bundesräte die Möglichkeit, das Fahrzeug zum Marktwert abzukaufen.

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    Kommentare

    User #2103 (nicht angemeldet)

    Bald geht Trump (79) in den Ruhestand.

    User #1182 (nicht angemeldet)

    Der Albert war auch für Trump...

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