Wie war die erste Nacht in der SVP-WG von Ständerätin Esther Friedli? Nun wissen wir es: Alain Berset persönlich hat die Sixpacks angeschleppt.
Esther Friedli
Esther Friedli und ihr Lebenspartner Toni Brunner (l.). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • SVP-Ständerätin Esther Friedli wohnt seit 2019 während der Session in einer SVP-WG.
  • Nun plaudert sie aus, wie das damals war bei der WG-Einweihung.
  • Lebenspartner Toni Brunner war dabei – und Alain Berset für die Getränke verantwortlich.
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Mit der besten Freundin zusammenziehen und bei der WG-Einweihung das Bier vom Bundesrat spendiert erhalten: Das war nur teilweise der Plan von (mittlerweile) SVP-Ständerätin Esther Friedli. Aber was will man machen: Genau so ist es passiert, erzählt Friedli nun in der SRF-Sendung «Persönlich».

Unverhofft gewählt, unverhofft auf dem Trockenen

Friedli, die Lebenspartnerin von Ex-SVP-Präsident Toni Brunner, hatte 2019 nicht wirklich mit ihrer Wahl in den Nationalrat gerechnet. Mit ihrer Freundin Monika Rüegger (SVP/OW) hatte sie sich schon im Frühling 2019 ausgemalt: «Der grösste Traum ist, wenn wir zusammen gewählt werden. Und wenn wir zusammen gewählt werden, dann nehmen wir in Bern zusammen eine Wohnung.»

Monika Rüegger  Esther Friedl
Monika Rüegger (SVP/OW), Esther Friedli, (SVP/SG) und Martina Bircher (SVP/AG), von links, im Nationalratssaal, anlässlich des Empfangstags für Neugewählte, am 22. November 2019, im Bundeshaus in Bern. - keystone

Zu beider Überraschung gingen diese Träume in Erfüllung und die beiden wohnen heute noch zusammen: «Super-WG», schwärmt Friedli. Sie schätze es, nach einem strengen Sessionstag noch zusammenzusitzen und ein Tee zu trinken. Angesprochen auf die erste Nacht in der WG wird Friedli hörbar rot, findet dann aber: «Ich glaube, das darf man schon erzählen…».

Alain Berset Bier Olma
Bundesrat Alain Berset trinkt Bier, an der offiziellen Eröffnung der 77. OLMA Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung, am 10. Oktober 2019, in St. Gallen. - keystone

Und das kam so: Nach dem SVP-Fraktionsabend im Herbst 2019 waren Friedli, Rüegger und Toni Brunner nach Mitternacht auf dem Heimweg. Da ruft plötzlich jemand «Toni, Toni!» Wer sind diese nachtruhestörenden Brunner-Fans? Niemand geringerer als der damalige Bundesrat Alain Berset (SP) und der damalige SP-Präsident Christian Levrat.

Christian Levrat Bier
Der damalige SP-Parteipräsident Christian Levrat mit einem kühlen Bier beim Besuch der Brauerei H. Müller AG in Baden im Rahmen des Fraktionsausflugs vom 11. Juni 2014. - keystone

Unvermeidlicherweise landete man in einer Bar, welche unvermeidlicherweise «irgendwann», so Friedli, zu ging. Als Zufluchtsort für derart gestrandete überparteiliche Polit-Grüppli bot sich einzig die halbwegs eingerichtete WG Friedli-Rüegger an. Nur sahen die SVP-Vertreter schon den drohenden Versorgungsengpass in biertechnischer Hinsicht infolge überbevölkerter Wohnung. Nicht so Berset, der gesagt haben soll: «Das ischt gar kein Problem

Berset schwärmt… aus

«Er ist ausgeschwärmt und nach zehn Minuten vollbepackt zurückgekehrt», erzählt Esther Friedli. So habe die WG-Einweihung halt mit alt Bundesrat Berset und Christian Levrat stattgefunden. Die Episode gebe aber auch etwas über die Schweizer Politik, betont Friedli: «Vordergründig kämpft man gegeneinander, aber ‹neben der Piste› kann man auch über Parteigrenzen hinweg ein Bier trinken. Oder zwei.»

Möchten Sie bei Ihrer WG-Einweihung ebenfalls das Bier von Alain Berset spendiert erhalten?

Tatsächlich ist der Umgangston zwischen Politikerinnen und Politikern sehr oft ein anderer, wie diverse überparteiliche Interessensgruppen zeigen. Sei es der FC Nationalrat, die «Parlamentarische Gruppe Musik» oder der Jass-Cup: Da spielt das Parteibuch eine untergeordnete Rolle. Auch bei Sessionsapéros schwingt man längst nicht nur mit der eigenen Partei das Tanzbein. Solcherlei findet also nicht nur dann statt, wenn der Staat für den Alkohol sorgt.

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