Begrenzungsinitiative: SVP dürfte nicht von Corona-Krise profitieren

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Die SVP nutzt die Corona-Pandemie, um für die Annahme der Begrenzungsinitiative zu werben. Eine Politologin bezweifelt aber, dass die SVP davon profitiert.

    Coronavirus SVP Albert Rösti
    Albert Rösti (SVP) will den Entscheid, ob die Abstimmungen vom 17. Mai wegen des Coronavirus verschoben werden sollen, ganz dem Bundesrat überlassen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die SVP nutzt die Corona-Pandemie, um für die Annahme der Begrenzungsinitiative zu werben.
    • Eine Politologin bezweifelt aber, dass die SVP davon profitiert.

    SVP und Auns nutzen die Corona-Pandemie, um für die Annahme der Begrenzungsinitiative (BGI) zu werben. Auf Seite der Initiativ-Gegner ist es hingegen ruhig geworden. Politologin Cloé Jans bezweifelt jedoch, dass die SVP davon profitieren kann.

    Geschickt verbindet die SVP die Verbreitung des Coronavirus mit dem Thema Grenzschutz und der Personenfreizügigkeit. So schrieb etwa SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi (ZG) letzte Woche im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei kein Zufall, dass die Grenzkantone Tessin, Genf, Waadt und Basel-Stadt am stärksten vom Covid-19 betroffen seien. Denn «noch immer sind die Grenzen nicht geschlossen».

    Cloé Jans, Politologin beim Forschungsinstitut gfs.bern, bestätigt den Eindruck, die SVP werbe mit der Corona-Krise für ihre Begrenzungsinitiative. «Sie versucht es zumindest, denn sie hat nichts zu verlieren.»

    Begrenzungsinitiative vor Corona-Krise wenig chancenreich

    Denn bis vor der Corona-Epidemie galt die Volksinitiative für eine massvolle Zuwanderung, wie die BGI offiziell heisst, als wenig chancenreich. Ihre Kampagne habe die SVP gut der Corona-Aktualität angepasst, findet Jans. Schon früh habe Thomas Aeschi die Schliessung der Grenzen gefordert.

    Thomas Aeschi Martullo Maske
    SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi (l) diskutiert mit SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher, während der Frühlingssession der Eidgenössischen Räte. - Keystone

    Gleichzeitig habe sich SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (GR) mit ihrer Schutzmaske im Nationalrat effektvoll in Szene gesetzt. «Vielleicht war das keine Absicht. Aber dies hat ein einprägsames Bild geliefert, dank dem sich Zuwanderung und Corona-Krise in den Köpfen der Menschen einfach miteinander verknüpfen liessen», so Jans.

    Doch die Politologin glaubt nicht daran, dass die neuen Argumente der BGI-Befürworter bei den Stimmberechtigen verfangen werden. Denn europapolitische Abstimmungen seien in der Schweiz in der Regel wirtschaftspolitische Abstimmungen.

    Kampagne bewusst sistiert

    «Mit Blick auf die wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die nach der Corona-Pandemie auf uns zukommen werden, ist es wenig wahrscheinlich, dass die Stimmberechtigen sich für die Begrenzungsinitiative aussprechen werden», sagte Jans der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

    Laut Oliver Steimann vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hat man die Kampagne bewusst sistiert. Er leitet für die Wirtschaft die Nein-Kampagne zur Begrenzungsinitiative. «Wir sind überzeugt, dass es nicht opportun ist, in der aktuelle Situation Abstimmungskampf gegen die Initiative zu führen.» Das käme bei den Leuten nicht gut an.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Coronavirus SVP Albert Rösti
    65 Interaktionen
    Begrenzungsinitiative
    Claude Longchamp Coronavirus Bundesrat
    107 Interaktionen
    «Mit Umsicht»

    MEHR SVP

    Anti-Chaoten-Initiative
    35 Interaktionen
    Keine schärferen Vorgaben
    Katja Stettler-Riem geheiratet
    7 Interaktionen
    Baldige Geburt

    MEHR AUS STADT BERN

    4 Interaktionen
    Für 12,46 Millionen
    Schulzimmer
    1 Interaktionen
    Nein zu Bildungsinitiative