Baume-Schneider: «Jeder Femizid ist einer zu viel»

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Femizide erreichen mit 22 Fällen ein Rekordhoch in der Schweiz. Laut Bundesrätin Baume-Schneider sind die Notmassnahmen vom Juni aktuell noch nicht genug.

    Elisabeth Baume-Schneider
    «Die Frauen und Kinder müssen Hilfe verlangen, das ist zentral», sagte nun die Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider. (Archivbild) - keystone

    Die Zahl der Femizide in der Schweiz ist im laufenden Jahr mit 22 Fällen auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Notmassnahmen im Juni hätten noch nicht ausgereicht, sagte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider zu Radio SRF. Leider seien Frauen und Kinder auch in der Schweiz bei Krisen nicht in Sicherheit.

    Bereits im Juni hatten die Behörden von einer alarmierend hohen Anzahl Frauen und Mädchen geschrieben, die in der Schweiz von Männern getötet worden waren. Am letzten Dienstag kamen nochmals drei hinzu. Ein 52-jähriger Mann tötete in Corcelles NE mutmasslich seine Ex-Frau und die beiden Töchter.

    «Die Frauen und Kinder müssen Hilfe verlangen, das ist zentral», sagte nun die Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider im Interview mit Radio SRF am Donnerstag.

    Notfallnummer für Betroffene ab kommendem Jahr

    Ab kommendem Jahr soll es dafür eine Notfallnummer geben, kündigte sie an. Ausserdem werde im November eine Kampagne gestartet, um die Betroffenen auf ihre Möglichkeiten aufmerksam zu machen.

    Die Notmassnahmen vom Juni würden aktuell noch nicht ausreichen, sagte Baume-Schneider weiter. Damals hatten sich Bund, Kantone und Gemeinden an einer ausserordentlichen Sitzung im Juni beispielsweise darauf geeinigt, bestehende Lücken bei Plätzen in Schutz- und Notunterkünften zu schliessen.

    Revision des Opferhilfegesetzes geplant

    Im Präventionsbereich soll es mehr Fachpersonen geben und im Herbst will der Bundesrat die Botschaft zur Revision des Opferhilfegesetzes früher als geplant unterbreiten.

    Ein Gesetz reiche aber nicht aus, um das Elend zu bekämpfen, so die Gesundheitsministerin weiter. Es brauche eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Behörden und den Zugang zu frühzeitiger Hilfe.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #6096 (nicht angemeldet)

    Mit Plaudern löst niemand ein Problem. Die Polizei kann intervenieren, wenn ein Notruf eingeht, aber sicher nicht mehr. Opfer benötigen professionelle Hilfe und kein Mitleid. Das Frauenhaus ist als erste Anlaufstelle ideal.

    User #2747 (nicht angemeldet)

    Hausgemachtes Problem von RG

    Weiterlesen

    Corcelles
    Femizid

    MEHR AUS STADT BERN

    YB
    20 Interaktionen
    Bei 3:5
    frau schreibt Prüfung
    1 Interaktionen
    Bern
    Feuerpferde Tobias Sennhauser
    19 Interaktionen
    «Keine Feuerpferde»
    Tatjana Rothenbühler, Direktorin GastroBern.
    GastroBern-Direktorin