Erste Kandidatin: Céline Amaudruz will Parmelin im Bundesrat beerben
Die Genfer SVP-Nationalrätin steigt offiziell ins Rennen ein. Gewinnt sie die Wahl, wäre sie die erste SVP-Frau im Bundesrat.

Das Wichtigste in Kürze
- SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz kandidiert für die Nachfolge von Guy Parmelin.
- Die 47-jährige Genferin bestätigte ihre Kandidatur am Donnerstag vor den Medien.
- Bei einer Wahl wäre sie die erste SVP-Frau im Bundesrat.
Die SVP-Vizepräsidentin und Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz will Bundesrätin werden. Das hat sie am Donnerstagvormittag in Genf vor den Medien bekanntgegeben. Sie ist damit die erste bestätigte Interessierte für die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin.
«Ich habe mir die Kandidatur gut überlegt», sagte Amaudruz. Sie habe den Schritt mit ihrem Ehemann, ihrem Umfeld und der Partei abgesprochen. Zugleich dankte sie dem abtretenden Bundesrat Guy Parmelin.

«Ich glaube, man muss dieses Land lieben, um diese Aufgabe zu übernehmen», sagte Amaudruz. Bei ihr sei dies der Fall. Sie wolle das Amt mit Demut ausüben und ihre politische Erfahrung einbringen.
«Ich kandidiere für den Bundesrat, nicht für ein Departement»
Besonders wichtig seien ihr das Zuhören, der Dialog und der Respekt vor den Institutionen. Sie bekannte sich ausdrücklich zum Kollegialitätsprinzip: Entscheide des Bundesrats wolle sie mittragen und auch nach aussen vertreten.
Die Vielfalt der Schweiz bezeichnete Amaudruz als eine Stärke des Landes. Sie wolle dazu beitragen, den Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Regionen und Bevölkerungsgruppen zu fördern.
Weiter sagte die 47-Jährige, sie sei bereit, jedes Departement in der Landesregierung zu übernehmen. «Ich kandidiere für den Bundesrat, nicht für ein Departement.»
Zwar habe sie vielleicht Präferenzen für ein Departement. Es sei aber nicht die Zeit, jetzt darüber zu spekuliere.
Amaudruz war in den vergangenen Tagen in den Medien als aussichtsreiche Kandidatin gehandelt worden. Nun hat sie ihr Interesse am Amt in der Landesregierung bestätigt. Falls sie die Wahl schaffen würde, wäre sie die erste Frau, die für die SVP in den Bundesrat einzieht.
Politikerin tritt nach Verzicht von 2022 an
Die heute 47-jährige Amaudruz hatte sich nach dem Rücktritt von Ueli Maurer 2022 nicht zur Wahl gestellt. Dieses Mal hat es sich die auch in der Deutschschweiz bekannte Politikerin anders überlegt.
Amaudruz ist innerhalb der SVP-Fraktion nicht unbestritten, hatte sie doch immer wieder entgegen der Fraktionslinie abgestimmt, etwa bei gesellschaftspolitischen Themen wie der Ehe für alle oder bei der Legalisierung der Eizellenspende.
Parmelin hatte vor zwei Wochen seinen Rücktritt aus dem Bundesrat per Ende Jahr bekanntgegeben. Für die Wahl der Nachfolge durch die Vereinigte Bundesversammlung am 9. Dezember kursieren zahlreiche Namen.
Die überraschendste Absage kam bisher von der St. Galler Ständerätin Esther Friedli. Ihr waren von Politexperten gute Chancen attestiert worden.
Sie wolle sich jedoch auf ihre Arbeit im «Stöckli» konzentrieren und im kommenden Jahr zur Wiederwahl antreten, sagte sie dem Nachrichtenportal «Toggenburg 24».
SVP will mindestens zwei Namen vorschlagen
Die SVP beansprucht den freiwerdenden Sitz für sich. Nominiert fürs offizielle «Ticket» werden Kandidatinnen und Kandidaten im Rahmen eines offiziellen Wahlvorschlags am 20. November durch die SVP-Bundeshausfraktion.
Fraktionschef Thomas Aeschi gab gegenüber Radio SRF an, sich für ein Ticket mit mindestens zwei Namen einzusetzen. Die Waadtländer SVP plädiert dafür, dass Parmelins Sitz wieder an eine Person aus der Romandie geht.
Andernfalls wäre die jurassische SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ab Anfang des nächsten Jahres die einzige Westschweizer Vertretung in der Landesregierung.















