Die Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren haben sich mit Bundesrat Alain Berset getroffen. Die Kantone müssen bis am Montag auf die Vernehmlassung antworten.
Die Medienkonferenz mit Bundesrat Alain Berset und GDK-Präsident Lukas Engelberger.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Mittwoch hat der Bundesrat aufgrund der Omikron-Variante die Quarantäne verkürzt.
  • Die Kantone müssen bis Montag zu anderen möglichen Massnahmen Stellung nehmen.
  • Bundesrat Berset und die GDK haben sich heute zu ihrem monatlichen Austausch getroffen.

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren hat sich heute wieder mit Bundesrat Alain Berset getroffen. Am Montag endet zudem die Vernehmlassung zu Massnahmen gegen das Coronavirus.

Die Kantone müssen zu verschiedenen Anliegen Stellung nehmen: Beispielsweise zur Verlängerung der 2G/2G+ Massnahmen bis Ende März. Dies wird von den Kantonen befürwortet, wie an der Medienkonferenz kommuniziert wurde.

Alain Berset Coronavirus
Bundesrat Alain Berset spricht während der Medienkonferenz zum Coronavirus am Mittwoch, 12. januar 2022. - Keystone

Alain Berset eröffnete die Medienkonferenz mit einer Zusammenfassung der aktuellen Lage. Omikron dominiere das epidemiologische Geschehen, sei aber weniger gefährlich. Dennoch sei Vieles unsicher, man müsse noch vorsichtig bleiben: «Die nächsten Wochen werden nicht einfacher.»

Auch seien die Akutbetten stark belegt, so Berset. Zusätzlich seien die Testkapazitäten am Anschlag, die Labore müssten bei der Auswertung Prioritäten setzen. In den meisten Kantonen würden jetzt schon die Tests symptomatischer Personen priorisiert, bestätigte die GDK.

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Ein Labor-Mitarbeiter verarbeitet Tests auf das Coronavirus in einem Labor. - keystone

Punkto Immunisierung seien um die 90 Prozent der Bevölkerung über 20 Jahre entweder geimpft oder genesen; eine gute Nachricht, was aber nicht bedeute, dass schwere Verläufe ausgeschlossen seien.

Vernehmlassung läuft bis Montag

«Es sind wichtige Massnahmen», sagte Alain Berset zu den vor Weihnachten beschlossenen Regeln. Wenn nötig könnten auch «sehr rasch» schärfere Massnahmen ergreifen werden. Bisher hätten aber die heute geltenden Regeln eine Überlastung der Spitäler verhindern. «Ich bin sehr dankbar», so der Gesundheitsminister.

Intensivstation Triemli Zürich
Die Intensivstation des Triemli-Spitals in Zürich, 15. Dezember 2021. Ein Patient wird auf eine Lungenersatzmaschine vorbereitet. - Keystone

Der Gesundheitsminister musste vor den Medien seinen Omikron-Vergleich mit der Grippe verteidigen. Für Geimpfte und Geboosterte sei der Verlauf des Coronavirus ähnlich wie eine Erkältung oder leichte Grippe, argumentierte Berset. Das sei keine Verniedlichung der Krankheit.

Kantone sind für Anstieg der Hospitalisationen gewappnet

Heute trat Bundesrat Berset nicht mit GDK-Präsident Lukas Engelberger vor die Medien, sondern Vize-Präsidentin Rebecca Ruiz. Der Basler Engelberger befindet sich seit Montag in Corona-bedingter Isolation.

Ruiz warnte an der Medienkonferenz davor, die Omikron-Variante könne das Gesundheitswesen an seine Grenzen bringen. Insbesondere aufgrund des fehlenden Personals. Viele haben sich angesteckt und müssen in Isolation. Der Kanton Graubünden hat diese Woche alle ausgebildeten Pflegefachkräften, die nicht im Gesundheitsbereich arbeiten, dazu aufgefordert, sich zu melden.

Rebecca Ruiz Coronavirus
Die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz ist Vize-Präsidentin der GDK. - Keystone

Die Kantone müssten nach wie vor nicht-dringliche Eingriffe verschieben: So könnten sich die Spitäler auf die kommenden Wochen vorbereiten. Die Behörden erwarten einen Anstieg der Spitaleintritte.

Sind Sie schon geboostert?

Die Waadtländer Gesundheitsdirektorin habe aber die Hoffnung, bald das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Sie riet zudem allen, sich boostern zu lassen, und nicht auf ein Omikron-adaptierten Impfstoff zu warten: «Das kann noch Monate gehen, vorausgesetzt, ein solcher Stoff wird überhaupt produziert.»

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