«Würdelos»: Collien kritisiert Ulmens zurückgezogenes Interview
Christian Ulmen verweigerte die Freigabe seines «Zeit»-Interviews. Seine Aussagen würden sich durch Gegendarstellungen als Lügen enttarnen, meint seine Ex-Frau.

Das Wichtigste in Kürze
- Collien Fernandes bezeichnet Christian Ulmens zurückgezogenes Interview als «würdelos».
- Mit der «Zeit» hatte er ausführlich über die schweren Vorwürfe seiner Ex-Frau gesprochen.
- Die Zitate gab der Schauspieler nach dem fünfstündigen Gespräch jedoch nicht frei.
«Herr Ulmen möchte nun doch nicht», lautet der Titel eines «Zeit»-Artikels vom vergangenen Mittwoch. Es wäre das erste Interview von Christian Ulmen (50) gewesen, nachdem Ex-Frau Collien Fernandes (44) schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte.
Fünf Stunden lang hatte die deutsche Wochenzeitung mit dem Schauspieler darüber gesprochen, was seit geraumer Zeit die Schlagzeilen beherrscht. Auch mit dessen Anwalt Christian Schertz wurde ein zweieinhalbstündiges Interview geführt.
Doch keine der getätigten Aussagen gaben Ulmen und Schertz zur Veröffentlichung frei. Laut der «Zeit» folgte nach dem Interview «eine wochenlange Auseinandersetzung über Formulierungen». Am Ende wurde keine Freigabe erteilt.
Berichterstattung zu Vorwürfen grösstenteils zulässig
Ein Umstand, zu dem seine Ex-Frau Collien Fernandes eine klare Haltung hat. Gegenüber «t-online» äussert sie einen Verdacht: «Es ist natürlich ungünstig, wenn getätigte Falschaussagen Belege gegenübergestellt werden, die diese Lügen enttarnen. Dann zieht man vielleicht doch lieber all seine Aussagen zurück.»

Die Vorwürfe gegen Ulmen wiegen schwer: Über Jahre hinweg soll er Fake-Profile unter Colliens Namen erstellt und mit Männern gechattet haben. Auch pornografisches Material, welches den Eindruck erweckt, es zeigt seine Ex-Frau, soll er verschickt haben.
Die intimen Chats soll Ulmen mit Männern aus Fernandes' beruflichem Umfeld geführt haben.
Der Schauspieler selbst ging gegen die «Spiegel»-Berichterstattung, wo die Vorwürfe der «virtuellen Vergewaltigung» öffentlich wurden, vor. Anfang Mai erklärte das Landgericht Hamburg den Bericht für grösstenteils zulässig, der «notwendige Mindestbestand an Beweistatsachen» liege vor, hiess es.
Fernandes rechnet ab
Entsprechend gross ist das Unverständnis bei Fernandes, dass ihr Ex-Mann sich bisher offenbar gewehrt hatte, öffentlich Stellung zu beziehen: «Ich denke, langsam sollte man, wenn man noch so etwas wie Restwürde, ein Gewissen oder Anstand besitzt, auch öffentlich zu dem stehen, was man getan und ohnehin schon zugegeben hat. Alles andere ist komplett würdelos.»

Ulmen hätte das Interview mit der «Zeit» nutzen können, meint der «Traumschiff»-Star auf Nachfrage von «t-online». Doch daraus wurde bisher nichts. Stattdessen schlage man weiterhin den Weg der Lüge und des Verdrängens ein und hoffe damit, nicht aufzufliegen, so Fernandes weiter.
Anwalt erklärt Ulmens Interview-Rückzug
Mittlerweile hat sich Ulmens Anwalt Christian Schertz zu Wort gemeldet. In einem Beitrag auf der Plattform X stellt er klar: Beim Termin mit der «Zeit» habe es sich lediglich um ein Hintergrundgespräch mit vertraulichen Informationen gehandelt. Nicht aber um ein Interview.
«Im Nachgang des Gesprächs entschied sich unser Mandant Christian Ulmen dann aus höchstpersönlichen Gründen dagegen, die Preisgabe von Informationen und entsprechende Zitate zu autorisieren», begründet Schertz den Rückzug.
«Werde diese Gerechtigkeit vielleicht nie bekommen»
Der Fall Collien Fernandes löste in Deutschland eine breite gesellschaftliche Debatte über gesetzliche Lücken bei Identitätsbetrug und nicht konsentierten Nacktbildern aus. Tausende Menschen demonstrierten auf offener Strasse für eine bessere Gesetzeslage.

Auf diese Problematik machte die Schauspielerin zuletzt auch im Gespräch bei «stern TV» aufmerksam. Für Vorwürfe, wie Fernandes sie erhoben hatte, gebe es derzeit «keine passenden Paragraphen», erklärte die 44-Jährige.
«Für künftige Generationen wird es hoffentlich besser», äusserte Fernandes in der RTL-Sendung weiter. Aber für meinen Fall kann es sein, dass ich diese Gerechtigkeit, die ich mir so sehr wünsche, vielleicht gar nicht bekommen werde. Weil entsprechende Gesetze noch nicht da sind.»
Ermittlungen wegen Verdacht auf Körperverletzung
Auf Mallorca, wo das Ex-Paar zuletzt lebte, hatte Fernandes eine umfangreiche Strafanzeige gegen Ulmen eingereicht. Mitte April 2026 wurde der Fall an die deutsche Justiz abgegeben. Dieser hatte zunächst bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gelegen.

Ende Mai bestätigte die Staatsanwaltschaft Potsdam dann ein Ermittlungsverfahren gegen Ulmen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt. Auch die Vorwürfe der sogenannten digitalen Gewalt würden weiter geprüft, hiess es.
Ob es zu einer Anklage gegen Christian Ulmen kommt, ist unklar. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.












