Die Opernregisseurin befürchtet langfristige Auswirkungen der Corona-Pandemie für Bühnen. Vor allem finanzielle Aspekte führt sie an.
Die Regisseurin Vera Nemirovasorgt sich um die Zukunft der Opernhäuser. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Die Regisseurin Vera Nemirovasorgt sich um die Zukunft der Opernhäuser. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Opernregisseurin Vera Nemirova sieht die Zukunft der Opernhäuser nach Corona skeptisch.

«Ich befürchte langfristige Auswirkungen der Pandemie auf den Opernbetrieb - vor allem finanzielle. Sie wird grosse Löcher in den Haushalt der Häuser reissen», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Allein das Testen der Belegschaft koste auf Dauer unheimlich viel Geld. «Viel schlimmer ist aber, dass die Einnahmen aufgrund der geringen Zuschauerzahlen fehlen.»

Viele Leute hätten in der Pandemie Einsamkeit verspürt. «Es gibt neben der körperlichen Gesundheit auch eine emotionale», sagte die in Bulgarien geborene Regisseurin, die seit 1982 in Deutschland lebt. Menschen brauchten Kunst, die Künstler eine Bühne. Ein Sänger verliere stimmliche Potenzen, wenn er nicht auftreten und proben könne: «Das ist wie bei einem Sportler, der nicht trainiert und nicht an Wettkämpfen teilnimmt.»

Man sei immer davon ausgegangen, dass die Menschen nach der Pandemie grossen Hunger auf Kunst und Kultur verspüren, sagte Nemirova. «Das wird bestimmt so sein. Es gibt bei vielen aber auch Angst und Skepsis, öffentliche Einrichtungen zu besuchen. Wir müssen den Leuten die Angst nehmen, sich hier anzustecken.»

An diesem Freitag hat ihre Inszenierung der Verdi-Oper «Don Carlo» an der Semperoper Dresden Premiere.

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