Prinz Andrew zieht nun gegen die Polizei vor Gericht
Ex-Prinz Andrew wehrt sich: Nach seiner Festnahme im Epstein-Skandal will er vor Gericht klären lassen, ob die Polizei rechtmässig durchsuchte.

Das Wichtigste in Kürze
- Ex-Prinz Andrew wurde im Februar wegen Verdachts auf Fehlverhalten im Amt festgenommen.
- Andrew lässt die Razzien auf seinen Anwesen nun gerichtlich überprüfen.
- Der High Court prüft nicht öffentlich die Freigabe von Akten zu Andrews Durchsuchung.
Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor (66), früher als Herzog von York bekannt, will die Durchsuchungen seiner Wohnsitze gerichtlich überprüfen lassen. Das berichtet der «Telegraph» in einer exklusiven Recherche.
Der Schritt richtet sich gegen die Durchsuchungsbeschlüsse der britischen Polizei.
Im Fokus stehen die Beschlüsse für Andrews Haus auf dem Sandringham-Anwesen und für seine frühere Residenz Royal Lodge in Windsor. Seine Anwälte hatten die Überprüfung bereits vor Monaten beantragt.
Ein Richter am High Court gab dem Antrag statt. Ende dieser Woche soll laut «Telegraph» eine nichtöffentliche Anhörung folgen. Dabei geht es darum, ob Gerichtsunterlagen zur Durchsuchung freigegeben werden.
Festnahme am 66. Geburtstag
Im Februar hatten Beamte Andrew an seinem 66. Geburtstag auf einer Farm in Norfolk festgenommen. Sie brachten ihn zur rund 65 Kilometer entfernten Polizeistation in Aylsham. Dort befragten sie ihn fast zwölf Stunden lang.
Der Verdacht lautet auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt. Später kam er frei, die Ermittlungen laufen aber weiter. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Parallel durchkämmten Ermittler tagelang seine Anwesen. Sie stellten Dokumente und weitere Gegenstände als Beweismittel sicher.
Prinz Andrew lebt zurückgezogen in Sandringham
Seit der Festnahme lebt Andrew praktisch zurückgezogen auf dem Sandringham-Anwesen. Freunde sagen, er fühle sich «wie in einem Schwebezustand». Vertraute vermuten zudem, die Festnahme sei bewusst so geplant worden, dass sie maximale öffentliche Wirkung erziele.
Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Veröffentlichungen aus den «Epstein Files». Darin wird behauptet, Andrew habe als britischer Handelsbeauftragter sensible Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben. Es geht um Berichte über Reisen nach Hongkong, Singapur, Vietnam und China.

Zudem steht der Vorwurf im Raum, er habe Epstein vertrauliche Angaben zu Investitionsmöglichkeiten in der afghanischen Provinz Helmand geschickt. Andrew beteuert seit Jahren, mit den Machenschaften Epsteins nichts zu tun gehabt zu haben.
















