Netz spottet über Dubai-Influencer – «Tun mir überhaupt nicht leid»
Sie zeigen Emotionen und halten alles mit der Kamera fest. Nach den iranischen Luftangriffen über Dubai sorgt das Verhalten der Influencer für Kritik.

Das Wichtigste in Kürze
- Zahlreiche Influencer in Dubai berichten über die Situation nach den Luftangriffen.
- Für ihren Aufenthalt dort haben User kein Verständnis.
- «Wir haben euch doch gesagt, dass ihr nicht mehr dorthin reisen sollt», wettert jemand.
Die Eskalation im Nahen Osten macht auch vor den Stars keinen Halt. Seit Samstagabend werden die Vereinigten Arabischen Emiraten, darunter auch Dubai, Ziel iranischer Raketen- und Drohnenangriffe durch die USA und Israel.
Beim Brand des Fünf-Sterne-Hotels Fairmont auf Palm Jumeirah wurden mindestens vier Personen verletzt. Auch der Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt, wurde evakuiert. Lufträume wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen, Reisende sitzen fest oder mussten umgeleitet werden.
Influencer berichten von Explosionen
Von der aktuellen Situation betroffen sind auch zahlreiche Influencer, darunter der britische Influencer Will Bailey. Der 26-Jährige befindet sich laut eigenen Angaben nur wenige Meter vom in Brand gesetzten Hotel Fairmont.
Auf Instagram und Tiktok filmt er Raketenspuren am Himmel, die Abwehrraketen beim Abfangen von Geschossen hinterlassen haben. «Meine Güte, über dem Beachclub ist es ja total verrückt, direkt über uns. Das ist Wahnsinn, die waren so laut, mir fehlen die Worte. In der sichersten Stadt der Welt, unglaublich.»
Auch die israelische Schauspielerin Hofit Golan (40) teilte kurz nach ihrer Ankunft in der Wüstenstadt erschreckende Aufnahmen von ihrem Hotelbalkon. «Ich hörte laute Explosionen und dachte: ‹Ich kann es nicht glauben. Ich bin in der sichersten Stadt der Welt und ich kann nicht glauben, dass so etwas passiert›», berichtet sie auf Instagram.
Ähnlich ergeht es TV-Star Laura Anderson. Emotional schildert die 36-Jährige: «Heute haben wir die Bomben gehört – mehrere laute Explosionen, das Haus hat gewackelt. Und zum ersten Mal haben es auch die Kinder gehört. Und ehrlich gesagt, das ist der Moment, in dem es aufhört, eine Nachricht zu sein, und sich real anfühlt.»
User spotten über Dubai-Influencer
Während einige Influencer, darunter auch Schweizer Promis, ihre Ängste offenlegen, stossen sie im Netz auf reichlich Gegenwind. Viele Follower haben für das Verhalten kein Verständnis.
So spottet jemand: «Ziehen nicht all die netten Influencer nach Dubai, weil es dort so sicher ist? Ich bin noch nie auf dem Weg zu Asda von einer iranischen Rakete getroffen worden.»

Auch dieser User lässt seinem Unmut freien Lauf: «Mir tun die Influencer und Content-Ersteller, die derzeit in Dubai festsitzen, überhaupt nicht leid. Wir haben euch doch gesagt, dass ihr nicht mehr dorthin reisen sollt.»
Ein anderer stellt fest: «Plötzlich ist Dubai für Möchtegern-Instagram-Influencer kein Statussymbol mehr.»
«Jetzt beginnt diese Blase zu platzen»
Bei den Stars gilt Dubai als beliebtes Auswandererziel. In den vergangenen Jahren hat die Golfregion eine wachsende Zahl von Influencern, Unternehmern und Millionären angezogen. Geschäftsfreundlichkeit und fehlende Einkommenssteuer sorgen hierzulande für einen luxuriösen und unkomplizierten Lebensstil.

Damit könnte es nun vorbei sein, sagt Journalistin und Dubai-Expertin Emma Férey gegenüber dem «Tagesspiegel». Für die Influencer, die bisher in einer «unter-informierten Welt, in der alles leicht zu sein scheint», lebten, komme jetzt die «Rückkehr in die Realität».
Férey: «Jetzt beginnt diese Blase zu platzen.»
Dennoch müssten Influencer weiterhin ihrem Job nachgehen, betont die Expertin. Diese seien oft vertraglich an Marken gebunden und müssten auch in der gegenwärtigen Situation ihre Videos veröffentlichen. «Es ist diese Diskrepanz, die in den Augen der Öffentlichkeit unanständig erscheinen kann: weiterhin Geld zu verdienen, während die Welt brennt.»
















