Krieg in der Ukraine weitet sich ins All aus
Russische Cosmos-Satelliten verfolgen einen ukrainischen Aufklärungssatelliten in 550 km Höhe. Experten warnen vor Konsequenzen für den Krieg in der Ukraine.

Der Krieg in der Ukraine wird längst nicht mehr nur am Boden geführt.
Russische Cosmos-Satelliten wurden in die unmittelbare Nähe und in die Umlaufbahn des finnisch-amerikanischen Radarsatelliten Iceye-X36 gesteuert. Sie verfolgten diesen wohl, wie «ZDFheute» berichtet.
Die russischen Cosmos-Satelliten wurden laut Experten für sogenannte Rendezvous- und Proximity-Operationen positioniert. Dies berichtet «IT Boltwise» unter Berufung auf Analysten.
Das steckt hinter dem Manöver
Mindestens vier russische Militärsatelliten veränderten ihre Bahnen, sodass sie nun regelmässig nahe an einem Radar-Überwachungssystem vorbeifahren können. Die Bahnänderung erforderte erhebliche Treibstoffmengen – ein Hinweis darauf, dass es sich um keine Routinemission handelt, so «IT Boltwise».
Die betroffenen Cosmos-Satelliten 2610 bis 2613 starteten gemeinsam am 16. April per Sojus-2.1b. Sie veränderten ihre Bahnneigung innerhalb von etwa einer Woche um weniger als ein Grad.
Greg Gillinger, ein pensionierter US-Space-Intelligence-Offizier, ordnet das als treibstoffbedingt «teuer» ein. Solche Energiesignaturen passen eher zu Missionsprofilen mit Annäherungsabsicht, so «IT Boltwise».
Was Iceye-X36 so wertvoll macht
Der SAR-Satellit (Synthetic Aperture Radar) kann unabhängig von Wetter und Tageslicht hochauflösende Aufnahmen liefern.
Während Kameras durch Wolken eingeschränkt werden.
Iceye-X36 besitzt eine Bodenauflösung von 16 cm. Selbst Fussabdrücke sind damit aus dem All sichtbar, wie «IT Boltwise» unter Berufung auf Analysten berichtet.
Konsequenzen für den Krieg in der Ukraine
Der Westen befürchtet laut «ZDFheute», dass Russland versuchen könnte, den Satelliten zum Absturz zu bringen. Die Störmanöver könnten den Krieg in der Ukraine entscheidend beeinflussen, da die Ukraine ohne Satellitendaten wichtige Aufklärungsfähigkeiten verlieren würde.

Der Satellit Iceye-X36 ist in einer Polarbahn auf rund 550 Kilometern Höhe unterwegs, wie «Golem» berichtet. Er ist Teil einer grösseren Konstellation, die der Ukraine, dem US-Militär und europäischen Regierungen Radarbilder liefert.
Experten rechnen damit, dass Regierungen künftig stärker in die Inspektion und Überwachung der Raumlage investieren müssen. Ähnlich wie bei früheren Anti-Satelliten-Diskussionen, so «IT Boltwise».
















