Mit Büchern durch die Krankheit: «Corona»

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    Der Schweizer Autor Martin Meyer erzählt von einem alten Buchhändler in Norditalien, der fürchtet, sich mit dem Virus angesteckt zu haben.

    «Corona» von Martin Meyer. Foto: Verlag Kein & Aber/dpa
    «Corona» von Martin Meyer. Foto: Verlag Kein & Aber/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Corona ist das Wort dieser Wochen und Monate.

    In fast jedem Land wird das Leben der Menschen von dem Virus gefährdet oder zumindest stark eingeschränkt.

    Ein solch radikaler Eingriff in die Lebensweise der Menschen wird garantiert zahlreiche Romane und Erzählungen inspirieren. Einen Anfang macht der Schweizer Autor Martin Meyer mit seiner Erzählung, die den denkbar passendsten Titel trägt: «Corona».

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht Matteo, der in einer kleinen Stadt in Norditalien eine Buchhandlung betreibt. Eines Tages spürt er ein Kratzen im Hals und fürchtet nun, sich auch mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Seit dem Tod seiner Frau hat der alte Mann kaum noch Kontakt zu anderen Menschen, nur seine Nichte steht ihm zur Seite. So ist der totale Rückzug in seine Wohnung für ihn nichts Ungewöhnliches.

    Um die Tage der Krankheit möglichst gut zu verbringen, beschliesst er, sich mit dem Thema Seuchen in den Erzählungen der Weltliteratur zu beschäftigen. Die Literatur ist sein Fachgebiet, und so weiss Matteo genau, welche Bücher er aussuchen muss. «Corona» begleitet Matteo dabei, wie er in der Bibel über die Plagen liest, Boccaccios «Dekamerone» sowie Texte von Daniel Defoe, dem Schweizer Jeremias Gotthelf, Thomas Mann und Albert Camus liest.

    Mehrere Tage währt Matteos Kampf mit der Krankheit, und in jeder Phase findet er Entsprechungen und Echos in den literarischen Texten. «War die Literatur nicht der Spiegel des Lebens?», fragt sich Matteo. Aber im Vordergrund stehen seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen, die er mit Hilfe der Literatur einordnen kann.

    - Martin Meyer: Corona. Eine Erzählung. Verlag Kein & Aber, Zürich, 203 Seiten, Euro 20,00, ISBN 978-3-0369-5837-8.

    © dpa-infocom, dpa:200623-99-529343/2

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