Mette-Marits Sohn Marius muss vier Jahre ins Gefängnis

    Jetzt ist das Urteil da: Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, erhält eine vierjährige Freiheitsstrafe.

    Marius Borg Høiby
    Marius Borg Høiby: Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin wurde am Montag, 15. Juni, zu vier Jahren Haft verurteilt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Marius Borg Høiby wurde in Oslo zu vier Jahren Haft verurteilt.
    • Zudem muss der Sohn von Mette-Marit eine Entschädigung zahlen.
    • Marius sass während der Urteilsverkündung nicht im Gericht.

    Im Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) wurde heute Montag in Oslo das Urteil verkündet. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) muss für vier Jahre ins Gefängnis.

    Von zwei von insgesamt vier Vergewaltigungsvorwürfen nach norwegischem Recht sprach ihn das Gericht laut der Zeitung «Verdens Gang» frei. Für die anderen zwei wurde er demnach verurteilt.

    Vier Frauen muss der Norweger eine Entschädigung zahlen, darunter zwei Ex-Freundinnen. Wie «Nettavisen» berichtet, beläuft sich die Höhe des Schadenersatzes auf insgesamt 55'000 Euro (rund 50'600 Franken).

    Marius verfolgte das Urteil aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gerichtssaal mit, sondern über eine Videoschalte aus dem Gefängnis.

    Marius
    Marius während des Prozesses im Gerichtssaal. - keystone

    In dem Prozess, der von Anfang Februar bis Mitte März verhandelt worden war, war Marius in 40 Punkten angeklagt gewesen. Die Staatsanwaltschaft hielt ihn in 39 Punkten für schuldig und wollte den Norweger für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gittern sehen.

    Seine Verteidiger hatten dagegen zum Abschluss der Gerichtsverhandlung einen Freispruch von den Vergewaltigungs-Vorwürfen gefordert und auf eineinhalb Jahre Haft für ihren Mandanten plädiert.

    Drogen, Gewalt, Missbrauch: Die Liste der Vorwürfe war lang

    Mehrere der Taten hatte der 29-Jährige gestanden. Dabei geht es etwa um Fälle von Körperverletzung und Vandalismus, Verstösse gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana.

    Die vorgeworfenen Vergewaltigungen von vier Frauen, während diese schliefen, hatte er dagegen bestritten. Während er mit den Frauen zusammen war, hatte Marius diese gefilmt und fotografiert.

    Marius
    Marius sorgte mit seinem Verhalten immer mal wieder für Schlagzeilen. - X/@MyLordBebo

    Foto- und Videoaufnahmen auf den Handys des Norwegers hatten in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle gespielt. Die Verteidigung hatte während des Prozesses Zweifel an der Glaubwürdigkeit von einem der mutmasslichen Opfer gesät.

    Was sagst du zum Urteil gegen Marius?

    Im August 2024 wurde Marius erstmals festgenommen. In der Wohnung seiner damaligen Freundin hatte er randaliert, gab später zu, der Frau gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Im Laufe der Ermittlungen kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht.

    Kurz vor dem Prozess nahm die Polizei Høiby erneut fest – er hatte gegen ein Kontaktverbot gegenüber seiner Ex-Freundin verstossen. Seitdem sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft.

    Trotz kranker Mutter: Marius bleibt in Haft

    Mehrfach versuchte Mette-Marits Sohn während des Prozesses und danach, aus der U-Haft freizukommen – notfalls mit elektronischer Fussfessel.

    Auch kurz vor der Urteilsverkündung hatte er noch einmal einen Versuch gestartet, diesmal mit Verweis auf den Gesundheitszustand seiner Mutter. Die Kronprinzessin leidet an einer unheilbaren Lungenkrankheit und braucht dringend eine neue Lunge.

    Marius Borg Høiby
    Marius Borg Høiby ist der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit. Er sitzt derzeit in U-Haft. - keystone

    Ihr Zustand hatte sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Høiby hatte es als unerträglich bezeichnet, nicht bei seiner Mutter sein zu können. Sein Antrag wurde jedoch in zweiter Instanz abgelehnt.

    Kurz nach seiner Verurteilung zu vier Jahren Haft hat Marius nun erneut die Freilassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Das berichten norwegische Medien übereinstimmend.

    Kommentare

    User #2347 (nicht angemeldet)

    Es tut mir einfach leid um seine Mutter!

    Katalin

    Die Strafe ist angemessen. Marius Høiby sollte sie ohne wenn und aber akzeptieren und das Gericht nicht weiterhin mit Forderungen beschäftigen. Der Strafvollzug in Norwegen ist für seinen fortschrittlichen und resozialisierungsorientierten Ansatz bekannt. Das Ziel ist nicht die Vergeltung, sondern die Wiedereingliederung der Straftäter in die Gesellschaft. Dadurch weist das Land eine der niedrigsten Rückfallquoten der Welt auf.

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