Alma soll drei Wochen mit einem auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen humanoiden Roboter zusammenleben. Die künstliche Intelligenz ist darauf ausgelegt, ihr perfekter Lebenspartner zu sein. Klappt das?
lma (Maren Eggert) und Tom (Dan Stevens) erfinden sich eine gemeinsame Geschichte. Foto: Christine Fenzl/SWR/Letterbox Filmproduktion/dpa
lma (Maren Eggert) und Tom (Dan Stevens) erfinden sich eine gemeinsame Geschichte. Foto: Christine Fenzl/SWR/Letterbox Filmproduktion/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Dieser Film hat auf der Berlinale viele Menschen berührt und landete im Herbst auf der Longlist für den Auslands-Oscar 2022.

«Ich bin dein Mensch» von Maria Schrader («Unorthodox») ist eine der interessantesten Produktionen des Jahres.

Die Jury, die die Tragikomödie auswählte, sprach von «einem futuristischen Film, der doch den Nerv der Zeit trifft». Am Mittwoch um 20.15 Uhr ist der Science-Fiction, der kürzlich noch im Kino lief, im Ersten zu sehen.

Der Film erzählt von einem Experiment: Wissenschaftlerin Alma (Maren Eggert) soll einen Roboter (Dan Stevens) als Lebenspartner testen. Aber lässt sich Liebe programmieren? Und was genau suchen wir eigentlich in einer Beziehung? Der Film wirft mit grosser Leichtigkeit elementare Fragen auf: Was braucht der Mensch? Was macht uns überhaupt zum Menschen? Und wie erstrebenswert ist Glück? Ist der Mensch wirklich gemacht für die Erfüllung all seiner Bedürfnisse?

Alma kommt zu Beginn des Films in einen Tanzsaal. «Hallo, Alma. Ich bin Tom», stellt sich der Roboter vor. Nur - wie ein Roboter sieht er nun wirklich nicht aus. Blaue Augen, britischer Akzent. «Downton Abbey»-Darsteller Stevens ist die perfekte Besetzung.

Alma hört sich skeptisch Toms Komplimente an («Deine Augen sind wie zwei Bergseen, in denen ich versinken möchte»). Sie beginnt mit ihren Fragen. Ob er an Gott glaube? Was der Sinn des Leben sei? «3587 mal 982 durch 731?», will sie wissen. «4818,65116», antwortet Tom.

Die Geschichte frei nach Motiven der gleichnamigen Erzählung von Emma Braslavsky überzeugt mit klugem Witz und Tiefgang. Eggert bekam für ihre schauspielerische Leistung den Silbernen Bären der Berlinale. Ihre Figur bekommt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf, wie sie rauchend auf dem Balkon steht. Oder wie sie versucht, Toms programmierte Menschlichkeit zu überprüfen.

Auch Schauspielerin Sandra Hüller («Toni Erdmann») taucht in einer Nebenrolle auf. Als Kulisse dient die Berliner Museumsinsel mit dem Pergamonmuseum. Am Ende soll Alma ein Gutachten schreiben und beurteilen, ob es in Zukunft erlaubt sein sollte, dass Roboter zum Beispiel heiraten. Auf ihre Antwort kann man gespannt sein.

Regisseurin Schrader, auch als Schauspielerin bekannt, hat sich international bereits einen Namen gemacht. Sie drehte beispielsweise den Film «Vor der Morgenröte» über den Schriftsteller Stefan Zweig. Für ihre Netflix-Serie «Unorthodox» gewann sie einen Emmy Award für die beste Regie in einer Miniserie.

Mehr zum Thema:

Netflix Liebe Witz Kino Emmy