John Coltrane – Warum seine Musik bis heute weiterlebt
John Coltrane prägte den Jazz nachhaltig. Zu seinem 100. Geburtstag zeigt sich, wie lebendig seine musikalische Suche geblieben ist.

John Coltrane wurde am 23. September 1926 in North Carolina geboren und wechselte als Jugendlicher von der Klarinette zum Saxofon. Der «SWR Kultur» zeichnet diesen Weg anhand der Einschätzungen des Jazzforschers Wolfram Knauer nach.
Seine musikalische Entwicklung führte Coltrane unter anderem zu Dizzy Gillespie, Thelonious Monk und Miles Davis. Mit Davis wirkte er an «Kind of Blue» mit und veröffentlichte 1959 zugleich sein eigenes Meisterwerk «Giant Steps».
Für Knauer war Coltranes Entwicklung vor allem das Ergebnis konsequenter Arbeit. Gegenüber dem «SWR Kultur» betont der Jazzforscher, niemand werde als Genie geboren, Virtuosität verlange vielmehr sehr viel Übung.
John Coltrane: Die Suche wird zum musikalischen Prinzip
1957 vollzog John Coltrane einen entscheidenden persönlichen Wendepunkt. Nach eigener Darstellung erlebte er ein spirituelles Erwachen und wandte sich von Heroin und Alkohol ab, wie die «Welt» schreibt.
In den folgenden Jahren suchte Coltrane immer intensiver nach neuen musikalischen Ausdrucksformen. Besonders deutlich wurde diese Entwicklung auf «A Love Supreme», das 1965 erschien und eine beinahe spirituelle Dimension erreichte.
«A Love Supreme» zeigte nach Einschätzung Knauers, dass Musik nicht zwingend etwas finden müsse. Gegenüber dem «SWR Kultur» beschreibt er vielmehr die hörbar gewordene Suche als einen zentralen Bestandteil von Coltranes musikalischem Schaffen.
Vom Hardbop zur musikalischen Entgrenzung
1960 verliess Coltrane die Band von Miles Davis und entwickelte seine eigene musikalische Sprache weiter. Die «Welt» beschreibt die folgenden Jahre als eine besonders intensive Schaffensphase bis zu seinem frühen Tod 1967.
Coltrane wandte sich zunehmend freieren Formen zu und nahm Stücke wie «India», «Afro Blue» und «Olé» auf. Sein spätes Werk wurde dabei von einer immer grösseren klanglichen und spirituellen Offenheit geprägt.
Sein Einfluss reicht nach Einschätzung Knauers bis in die Gegenwart. Laut dem «SWR Kultur» ist Coltranes Einfluss bei Kamasi Washington und Christoph Lauer bis heute hörbar.
Die «Tiberi Tapes» öffnen ein neues Kapitel
Zum 100. Geburtstag werden zudem bislang kaum zugängliche Live-Aufnahmen veröffentlicht. Die «JazzEcho» berichtet, dass am 6. November erstmals eine Auswahl der legendären «Tiberi Tapes» erscheint.
Frank Tiberi nahm zwischen 1960 und 1964 zahlreiche Coltrane-Auftritte heimlich mit einem tragbaren Tonbandgerät auf. Dabei entstanden mehr als 80 Bänder mit über 26 Stunden Live-Musik.

John Coltrane starb am 17. Juli 1967 im Alter von 40 Jahren an Leberkrebs. Zum 100. Geburtstag rückt damit ein Musiker ins Zentrum, dessen Suche nach neuen Ausdrucksformen selbst Teil seines bleibenden Vermächtnisses wurde.












