Jazz-Sängerin Cassandra Wilson mit 70 Jahren gestorben
Cassandra Wilson ist tot: Die zweifache Grammy-Gewinnerin starb im Alter von 70 Jahren in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi.

Die Jazzsängerin Cassandra Wilson ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Ihr Manager Robert Torre bestätigte den Tod gegenüber dem Jazzradiosender WBGO, wie die «Rolling Stone» berichtet.
Wilson starb in Jackson, Mississippi, im Kreis ihrer Familie und enger Freunde. Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben, wie der «Focus» schreibt.
Die Sängerin wurde am 4. Dezember 1955 in Jackson geboren. Ihr Vater Herman B. Fowlkes war Musiker, ihre Mutter Mary Fowlkes arbeitete als Lehrerin.
Frühe Jahre und M-Base Collective
Mit sechs Jahren begann Cassandra Wilson Klavier zu lernen und spielte später Klarinette sowie Gitarre. Während ihres Studiums am Millsaps College und an der Jackson State University trat sie zunächst mit Coverbands auf.
Später zog Wilson nach New York und wurde Mitglied des M-Base Collective um den Saxofonisten Steve Coleman. Dort entwickelte sie ihren musikalischen Zugang zu Rhythmus und Improvisation, so die «Rolling Stone».
1986 erschien ihr erstes Soloalbum «Point of View». 1992 unterschrieb sie bei Blue Note Records und veröffentlichte ein Jahr später «Blue Light ’Til Dawn».
Zwei Grammy-Auszeichnungen
Cassandra Wilson verband Jazz mit Blues, Folk und weiteren musikalischen Traditionen. Auf ihren Alben interpretierte sie unter anderem Stücke von Van Morrison, Joni Mitchell, Neil Young, U2 und Hank Williams neu.
Für «New Moon Daughter» erhielt Wilson 1997 ihren ersten Grammy. 2009 gewann sie für «Loverly» erneut in der Kategorie Best Jazz Vocal Album, schreibt der «Focus».
Insgesamt erhielt Wilson vier Grammy-Nominierungen und gewann zwei der Auszeichnungen. 2001 bezeichnete das «Time Magazine» sie als beste Sängerin Amerikas, wie der «Spiegel» berichtet.
Cassandra Wilson: Zusammenarbeit und späte Karriere
Cassandra Wilson arbeitete im Laufe ihrer Karriere mit zahlreichen Musikern zusammen. Dazu gehörten unter anderem Wynton Marsalis, Charlie Haden, Elvis Costello, Luther Vandross, The Roots, John Legend und Jon Batiste.
Mit Marsalis wirkte sie an «Blood on the Fields» mit. Das Werk war die erste Jazzkomposition, die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Ihr letztes Soloalbum «Coming Forth by Day» erschien 2015 als Hommage an Billie Holiday. 2022 erhielt Wilson das Jazz Masters Fellowship der National Endowment for the Arts.












