Israels ESC-Sänger: «Habe ein Team, das mich ausbuht»

Luca Micheli
Luca Micheli

Israel,

Buhrufe während der Proben? Für Israels ESC-Anwärter Noam Bettan nichts Ungewöhnliches. Sein Team versucht, ihm den Auftritt schwer zu machen.

Noam Bettan
Noam Bettan fährt für Israel an den Eurovision Song Contest nach Österreich. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Noam Bettan tritt dieses Jahr für Israel am Eurovision Song Contest an.
  • Aufgrund der umstrittenen Teilnahme finden die Proben unter erhöhter Sicherheit statt.
  • Als Vorbereitung täusche sein Team sogar Buhrufe vor.

Die Proben laufen ...

Noch gut eine Woche bis zum ersten Halbfinal des Eurovision Song Contest. Für Israel geht in diesem Jahr der 28-Jährige Noam Bettan mit dem Titel «Michelle» an den Start. Seit dem 1. Mai befindet sich der Sänger mit seiner Crew in Wien. Dort laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren.

Für Bettan sind es jedoch besondere Umstände, denn die Teilnahme Israels am ESC ist umstritten. Aufgrund politischer Spannungen und der aktuellen Lage im Nahost-Konflikt finden seine Proben unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Keine öffentlichen Auftritte und wenn immer abgeschirmt, berichten österreichische Medien.

ESC
Das Bühnenbild des ESC 2026 in der Wiener Stadthalle. - keystone

Der Grund? Vorjahreskandidatin Yuval Raphael (25) wurde zum Teil heftig angefeindet und ausgebuht. Darauf möchte Noam Bettan vorbereitet sein. In der Wiener Stadthalle, wo der Musikevent ausgetragen wird, werden bis zu 16'000 Personen erwartet. Die Stimmen des Live-Publikums? Entsprechend laut.

Vorbereitungen zwischen Sirenen und Raketen

Um die spätere Situation möglichst wahrheitsgetreu zu simulieren, setzt die Crew des Sängers auf eine spezielle Methode. «Bei den Proben habe ich ein Team, das ständig darauf achtet, mich auszubuhen und es mir schwer zu machen. Das hilft mir tatsächlich sehr», verrät Bettan im «Bild»-Interview.

Trotz dieser Umstände versuche er, sich auf die Performance auf der Bühne zu konzentrieren. Und diese auch zu geniessen.

Szenen, die sich der ESC-Star gewohnt ist: Bereits in seiner Heimat Israel fanden die Vorbereitungen zwischen Sirenen und Raketenbeschuss statt: «Wenn es Alarm gibt, gehen wir alle in einen Schutzraum, einen Bunker. Sobald es vorbei ist, kommen wir heraus und arbeiten weiter.»

So bereitet er sich auf Auftritt vor

Für den bisher grössten Auftritt seines Lebens arbeite er hart, so Noam Bettan. «Ich habe viele Proben und vieles, worauf ich mich vorbereiten muss. Auch mental, um in diesem Prozess locker und frei zu sein», erklärt er der Zeitung. Professionalität hat bei dem 28-Jährigen dabei höchstes Gebot.

Noam Bettan
Noam Bettan stammt aus Frankreich, wuchs in Israel auf. 2023 veröffentlichte Der Sänger sein erstes Album. - Instagram / @eurovision

Um Energie zu tanken, gehe er viel spazieren, gepaart mit Ausdauertraining: «Ich trainiere, unter hoher Belastung zu singen – mit Sprüngen, Squats, Jumping Jacks.»

Vor dem Auftritt darf schliesslich ein bestimmtes Ritual nicht fehlen: «Ich spreche immer das ‹Schma Jisrael›-Gebet. Ausserdem arbeite ich mit bestimmten Frequenzen, rede mit mir selbst, beruhige mich und gehe dann auf die Bühne.»

«Lasse mich von nichts aufhalten»

Kraft findet der 28-Jährige auch bei seiner Familie. Mutter, Vater und Geschwister werden vor Ort mitfiebern. Auch darüber hinaus darf er auf Unterstützung hoffen: «Ich habe Freunde, die nach Wien reisen und versuchen, Karten zu bekommen. Sie geben wirklich alles, um das zu organisieren.»

Von den politischen Spannungen lässt sich der ESC-Anwärter nicht ablenken. Seine Einschätzung zur umstrittenen Teilnahme? «Am Ende sind wir Menschen, die weitermachen, weiterarbeiten und tun, was nötig ist.»

Verfolgst du den ESC dieses Jahr?

Nach acht Jahren im Musikbusiness seine Heimat zu vertreten, sei für Bettan das Wichtigste. «Deshalb lasse ich mich von nichts aufhalten.» Seine Botschaft an die Fans? «Glaubt an euch selbst und verwirklicht euch, denn alles ist möglich.»

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