Internat verliert Zulassung nach Paris Hiltons Einsatz
Das Internat Provo Canyon School, in dem Paris Hilton nach eigenen Angaben traumatische Erfahrungen machte, verliert seine Lizenz.

Paris Hilton (45) kämpfte jahrelang für die Schliessung der Provo Canyon School in Utah. Nun entziehen Behörden dem Standort Springville die Lizenz nach festgestellten Verstössen.
Die Einrichtung besuchte Paris Hilton Ende der 1990er-Jahre als Jugendliche. Seit Jahren steht die Schule wegen Vorwürfen ehemaliger Bewohnerinnen in der Kritik.
Laut dem «Spiegel» berichtete Hilton von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt während ihres Aufenthalts. Sie erklärte, die Zeit in der Einrichtung habe sie nachhaltig geprägt.
Behörden bemängeln Schutz und Versorgung
Die Gesundheits- und Sozialbehörde von Utah begründete den Lizenzentzug mit mehreren Verstössen gegen staatliche Vorgaben. Unter anderem wurden unnötige Zwangsmassnahmen, aggressive körperliche Kontakte und eine unzureichende Versorgung genannt.
Der Standort muss den Betrieb bis zum 6. August einstellen. Die Schule teilte mit, dass sie die Entscheidung prüfe und innerhalb einer Frist dagegen vorgehen könne.
Paris Hilton machte ihre Erfahrungen erstmals 2020 in ihrer Dokumentation «This Is Paris» öffentlich. Darin erhob sie Vorwürfe gegen Mitarbeitende der Einrichtung und sprach von belastenden Erlebnissen während ihrer Jugend.
Paris Hilton kämpft für besseren Schutz von Jugendlichen
Auch vor dem US-Kongress setzte sich Hilton später für strengere Regeln bei privaten Einrichtungen für Jugendliche ein. Dem «NTV» zufolge kritisierte sie dabei fehlende Kontrollen innerhalb der Branche und forderte besseren Schutz für Minderjährige.
Nach Bekanntwerden der Entscheidung zeigte sich Hilton erleichtert. Sie erklärte, die Schliessung sei ein bedeutender Moment für sie und andere ehemalige Betroffene, wie die «Gala» berichtet.
«Seit über fünfzig Jahren berichten Kinder von Missbrauch, Vernachlässigung und Traumata», sagte Hilton laut der «People». Sie betonte, dass viele Überlebende über Jahre hinweg auf Veränderungen hingearbeitet hätten.
Provo Canyon School droht endgültiges Aus
Die Provo Canyon School wirbt nach eigenen Angaben mit Programmen für Jugendliche mit psychischen und verhaltensbezogenen Herausforderungen. Die Behörden erklärten jedoch, die Einrichtung habe notwendige Gesundheits- und Sicherheitsleistungen nicht ausreichend gewährleistet.

Hilton setzt sich seit mehreren Jahren für strengere Aufsicht bei sogenannten «Troubled Teen»-Programmen ein. Dem «Spiegel» zufolge forderte sie 2024 vor dem US-Kongress bessere Schutzmassnahmen für Minderjährige in privaten Internaten.
Die Provo Canyon School kann gegen die Entscheidung der Behörden vorgehen. Bis dahin bleibt die Lizenzentziehung für den Standort Springville bestehen.












