«Heuchler»: Angelo Kelly lästert über Ticketpreise der Ärzte
Angelo Kelly spottet über die angeblich zu hohen Ticketpreise der Band Die Ärzte. Sein Urteil über die kultigen Punkmusiker fällt hart aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Angelo Kelly nervt sich über die Berliner Kultband Die Ärzte.
- Grund dafür sind die angeblich zu hohen Ticketpreise von «100 bis 200 Euro».
- Fans stellen sich gegen seine Behauptungen und nehmen die Punkmusiker in Schutz.
- Recherchen im Netz zeigen: Die Preise bewegen sich nur im zweistelligen Bereich.
Diese Seite zeigt Angelo Kelly (44) höchst selten. In der ARD-Doku «Bravo – Headlines, Hypes und Herzschmerz» schlägt der sonst so sympathische Künstler einen ungewohnt schnippischen Ton an. In einer Szene kritisiert der irische Musiker die Berliner Kultband Die Ärzte für ihr Image, Punk zu verkörpern und dabei hohe Ticketpreise zu verlangen.
«Selbst Die Ärzte, das sind Heuchler. Die tun auf Punk, haben aber 100 bis 200 Euro-Tickets», wettert Angelo in dem Ausschnitt. Dabei legt er noch nach: «Grosse Klappe, nichts dahinter, das kann ich nicht ernst nehmen.» Worte, die man so vom Kelly-Family-Star bisher nicht kannte.
Fans kontern Ticketpreise
Viele Fans der Band melden sich zu Wort und weisen Kellys Behauptungen zurück. Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass die Tickets für die aktuelle Tour der Band bereits ab 69 Euro (63 Franken) erhältlich seien. Zudem gebe es Sozialtickets für 20 Euro (18 Franken).

Ein anderer stellt klar: «Also ich war die letzten 30 Jahre auf unzähligen Ärzte-Konzerten und hab nie 100-200 Euro für Tickets gezahlt. Währenddessen stichelt ein User, der sich offensichtlich als Ärzte-Fan ausgibt, gegen Angelo Kelly. «Im Gegensatz zu ihm haben Die Ärzte noch immer Erfolg.» Autsch!
Doch was ist dran an den vermeintlich zu hohen Ticketpreisen der kultigen Punkrock-Band? Für die aktuelle Tour «Eine Gänsehaut nach dem andern!» kostet ein Ticket in Bremen in der preiswertesten Kategorie 67 Euro (61 Franken). In anderen Städten fallen die Preise ähnlich aus, auch das oben genannte Sozialticket existiert.
Am 19. Mai 2027 treten die Ärzte im Zürcher Hallenstadion auf. Hier kostet ein Ticket knapp 83 Franken.
Doku-Produzent rechtfertigt Aussagen von Angelo Kelly
Weitere Kommentare drehen sich um die fehlende redaktionelle Einordnung der Doku-Macher in Bezug auf Kellys Aussagen zu den Ticketpreisen. Dass diese für Diskussionen sorgen, verstehe man, erklären die Verantwortlichen gegenüber «Brisant».

Grundsätzlich aber gehe es in diesem Zusammenhang um «persönliche Einschätzungen und Erfahrungen». Faktenchecks erfolgen dagegen «bei klar überprüfbaren Tatsachenbehauptungen mit direktem Nachrichtenbezug».
Trotzdem nehmen sich die Doku-Macher der Kritik an: «Feedback aus der Community nehmen wir ernst und prüfen, wie wir künftig noch besser einordnen können.»
Präsenz in der «Bravo»
Doch Angelo Kelly geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Authentizität. Ein Wert, der in seiner irischen Musikerfamilie grossgeschrieben wurde.

«Wahrscheinlich waren wir das Authentischste, was die ‹Bravo› jemals hatte. Das ist nicht arrogant, das ist for real. Ich kenne die Branche und hab da schon alles gesehen ... und das Allermeiste, was du da siehst, ist fake.»
Der 44-Jährige spricht von einem vertrauensvollen Verhältnis gegenüber der Zeitschrift. Wenn auch nicht jeder Moment der Zusammenarbeit in positiver Erinnerung bleibt. Erst kürzlich äusserte er in einer RTL-Doku zum 70. Jubiläum der «Bravo» seinen Unmut.
Musiker ist «immer noch nachtragend»
Worauf Kelly nicht gut zu sprechen ist? Als Teenager schrieb Angelo den Song «I Can't Help Myself», gewidmet an seine spätere Ehefrau Kira Harms (47). Bis über beide Ohren verliebt plauderte der Musiker mit der «Bravo» über sein bis heute erfolgreichstes Werk.
Doch die Zeitschrift bildete sich ihre eigene Meinung und schrieb, der Song sei für Kellys Vater gedacht. Der angebliche Grund? Die Leserinnen dürften nicht erfahren, dass Angelo verliebt ist. «Die Mädels denken, er hat ne Freundin, das geht nicht.»
Fast drei Jahrzehnte sind seither vergangen. 2005 gab Angelo Kelly seiner heutigen Ehefrau Kira das Jawort, gemeinsam haben sie fünf Kinder. Doch mit dem Vorfall von damals hat der Musiker nie ganz abgeschlossen. Der Zeitschrift sei er deswegen «immer noch nachtragend.»


















