Hella von Sinnen kritisiert Dieter Nuhr wegen Femizid-Aussage
Hella von Sinnen kritisiert Dieter Nuhr nach dessen Aussagen zu Femiziden scharf und spricht von einer Verharmlosung.

Hella von Sinnen (67) hat sich in der Debatte um Dieter Nuhrs (65) Aussagen zu Femiziden kritisch geäussert. Die Entertainerin hinterfragt laut dem «N-TV», ob der Kabarettist weiterhin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftreten werde.
Im Gespräch mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» kritisierte von Sinnen Nuhrs Äusserungen deutlich. Sie verwies auf die Zahl der jährlich getöteten Frauen und bezeichnete seine Aussagen als «unfassbare Unverschämtheit».
Die Komikerin warf dem 65-jährigen Kabarettisten dem «Focus» zufolge eine «Verniedlichung von Femiziden und Verleugnung dieses Frauenhasses» vor. Zudem erklärte sie, sie sei gespannt, ob Nuhr seinen Platz bei der ARD behalten werde.
Streit um Aussagen zu Femiziden
Auslöser der Diskussion war ein Auftritt von Dieter Nuhr am 18. Juni 2026 in der Sonderausgabe «Nuhr im Ersten XXL». Dort sprach er über die Zahl jährlicher Frauenmorde und die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Täter zu treffen.
Nuhr erklärte, die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland auf einen Frauenmörder als Partner zu treffen, sei sehr gering. Seine anschliessende Aussage, man solle den Partner vor einer Beziehung zunächst kennenlernen, löste eine öffentliche Debatte aus.
Nuhr wies die Vorwürfe zurück, er habe sich über Frauenmorde lustig gemacht oder Opfern eine Mitschuld gegeben. Der Kabarettist erklärte, er habe vielmehr eine aus seiner Sicht pauschale Verurteilung von Männern kritisieren wollen, wie die «T-online» schreibt.
Hella von Sinnen äussert sich auch zu Thomas Gottschalk
Der für «Nuhr im Ersten» verantwortliche Rundfunk Berlin-Brandenburg verwies laut dem «N-TV» auf die Bedeutung der Kunstfreiheit. Der Sender erklärte zugleich, Satire dürfe auch provozierend und zugespitzt formulieren.
Im selben Interview mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» sprach Hella von Sinnen auch über die Debatte um Thomas Gottschalk. Der frühere «Wetten, dass..?»-Moderator stand in der Vergangenheit wegen seines Umgangs mit Frauen wiederholt in der Kritik.
Von Sinnen bewertete Gottschalks Verhalten anders als Nuhrs Aussagen. Dem «Focus» zufolge erklärte sie, der Moderator habe «nur spielen» wollen und sich seiner Wirkung als charmanter Entertainer bewusst gezeigt.
Hella von Sinnen blickt auf TV-Karriere zurück
Die Kölnerin erklärte, dass Gottschalks damalige Popularität den Umgang mit ihm beeinflusst habe. Gleichzeitig betonte sie, dass sie ihm keine Frauenfeindlichkeit oder bewussten Sexismus unterstellen wolle.
Hella von Sinnen wurde ab 1988 gemeinsam mit Hugo Egon Balder durch die RTL-Sendung «Alles Nichts Oder?!» einem breiten Publikum bekannt. Die Show entwickelte sich zu einem prägenden Format der deutschen Unterhaltung und machte sie zu einer bekannten TV-Persönlichkeit.

Auch Jahrzehnte später ist von Sinnen weiterhin im Fernsehen und in der Comedy-Szene präsent. Zuletzt war sie unter anderem im Dokumentarfilm «Was haben wir gelacht» über die Fernsehwelt früherer Jahrzehnte zu sehen.












