Golden-Globe-Gewinner Jon Batiste startet durch

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    USA,

    Bekannt als Jazzer, TV-Musiker, Komponist des Streaming-Hits «Soul» - und jetzt auch mit einem neuen Album auf der Erfolgsspur: Jon Batiste scheint nicht zu stoppen. Und sein Anspruch ist hoch.

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    Jon Batiste stösst in neue Sphären vor. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Pianist, Sänger, Bandleader, Filmkomponist, TV-Entertainer - und ganz bald wohl über alle Nischen und Schubladen hinaus ein Superstar der (afro-)amerikanischen Musik: Jon Batiste startet gerade mächtig durch.

    Auf einen bereits gewonnenen Golden Globe 2021 könnte demnächst ein Oscar folgen - und das ist noch längst nicht alles. Mit seinem neuen Album «We Are» (Verve/Universal) zelebriert der 34-Jährige nämlich nicht weniger als ein 38-minütiges Hochamt für die schwarze Popkultur.

    Der von Batiste gewohnte Piano-Jazz ist in den 13 Tracks nur noch ein Element unter vielen - hinzu kommen Soul im eleganten Motown-Gewand, Funk, Hip-Hop, Blues, Gospel und R&B. Ein bisschen erinnert das an grosse 70er-Jahre-Alben von Stevie Wonder wie «Songs In The Key Of Life», an den noch unfehlbaren Prince der 80er oder an die bläsergetriebenen Dancefloor-Kracher von Earth Wind & Fire (im mitreissenden «Show Me The Way»).

    «Die Musik ist im Endeffekt Genre-ungebunden, während sie gleichzeitig sehr in meiner Geschichte und der Geschichte dieses Landes verwurzelt ist», sagt Jon Batiste über den umfassenden Ansatz von «We Are». Und er fügt hinzu: «Ich habe das Gefühl, dass sie weit über das hinausgeht, was man noch in einen Jazz-Kontext einordnen könnte.»

    Hinter «We Are» steht nicht nur im Albumtitel und im Stilmix ein vereinigender Anspruch: Batiste führt afroamerikanische Musikformen virtuos zusammen, und er appelliert auch an den Kopf seiner Hörer. Der Rap-Slang von «Whachutalkinbout» erinnert etwa an Barack Obamas berührenden «Amazing Grace»-Gesang für Rassismus-Opfer in Charleston. Und auch sonst beweist der auf dem Cover wie ein Prediger gekleidete Allround-Musiker immer wieder «Black Consciousness». Dieses Album ist äusserst vielseitig und unterhaltsam, und es regt zum Nachdenken an.

    Der 1986 im US-Südstaat Louisiana geborene Batiste ist Gründer und Frontmann der Band Stay Human, mit der er seit längerem als musikalischer Leiter der «Late Show» von Stephen Colbert auftritt. Er fungiert als Kreativdirektor des National Jazz Museum in Harlem und erlebte 2020 seinen grossen Durchbruch als Co-Komponist des wunderbaren Soundtracks zum Pixar-Film «Soul», der beste Oscar-Chancen hat. Ausserdem veröffentlichte Batiste kürzlich das Duett «It's Alright» mit der ebenfalls gerade zum Superstar aufsteigenden Britin Celeste.

    «We Are» und die gesamte Performance von Jon Batiste haben also alle Zutaten, um diesen Musiker aus den Jazz-Zirkeln heraus eine neue Umlaufbahn zu befördern. Zumal er in der US-Künstlerszene bestens vernetzt ist.

    Wenn Batiste gewollt hätte, würden auf dem Album vermutlich noch mehr Stars auftreten - neben Soul-Ikone Mavis Staples («Mavis»/«Freedom»), dem Grammy-gekränzten Gospel-Soul-Mann PJ Morton und Jazz-Funk-Posaunist Trombone Shorty (beide in «Boy Hood») sowie Schriftstellerin Zadie Smith als Gastsängerin («Show Me The Way». In diesem Zusammenhang: Der legendäre Musikproduzent Quincy Jones (88) schrieb die Liner-Notes zu «We Are».

    Ein grosser Wurf. Jon Batiste ist nicht zu stoppen - und er passt als afroamerikanischer, politisch denkender Musiker perfekt in diese Zeit eines neuen Aufbruchs.

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