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«Geheimnis eines Lebens» im ARD-«Sommerkino»

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Deutschland,

Eine Atomwissenschaftlerin, die für eine britische Forschungseinrichtung arbeitet, wird Mitte der 1930er-Jahre vom KGB angeworben. Sie verrät Geheimnisse an die Sowjets und bleibt für mehr als ein halbes Jahrhundert unentdeckt. Nach einer wahren Geschichte.

Joan Stanley (Judi Dench) wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Foto: Nick Wall/ARD Degeto/Entertainment One/dpa
Joan Stanley (Judi Dench) wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Foto: Nick Wall/ARD Degeto/Entertainment One/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • London im Jahr 2000: Rentnerin Joan Stanley bekommt Besuch von einem Polizeiaufgebot.

Die ehemalige Bibliothekarin wird aus ihrem Reihenhaus wie eine Schwerverbrecherin abführt.

Die Vorwürfe umfassen 27 Gesetzesverstösse – darunter Hochverrat. Jahrzehnte lang hat keiner etwas geahnt von dem «Geheimnis eines Lebens», das dem britischen Drama von 2018 den Titel gibt. Der Film mit Judi Dench läuft am Dienstag um 23 Uhr im «Sommerkino» im Ersten.

Wenn man Dench als Schauspielerin für einen Film gewinnt, bedeutet das eigentlich Gutes. Die Grande Dame des britischen Kinos ist nun in «Geheimnis eines Lebens» zu sehen. Sie spielt die gealterte Forscherin Joan Stanley. Der Geheimdienst MI5 wirft der betagten Dame vor, sie solle während des Zweiten Weltkriegs Forschungsergebnisse zur Atombombe an die Russen weitergeben haben.

Der Film (englischer Titel: «Red Joan») beruft sich dabei auf die wahre Geschichte der Physikerin Melita Norwood, die Geheimnisse aus dem britischen Atomwaffen-Forschungsprogramm verraten haben soll und erst Jahrzehnte später öffentlich enttarnt wurde. Norwood - von manchen dann auch «Granny Spy» genannt - flog 1999 auf. Eine damals 87-jährige Urgrossmutter aus einem Häuschen in London.

Der Film setzt genau in diesem Moment ein, wechselt dann aber zu langen Rückblenden. Man sieht, wie die junge Joan (gespielt von Sophie Cookson) in den 1930ern in Cambridge studiert, linke Kommilitonen kennenlernt und in Diskussionsrunden rumhängt. Später wird sie als Physikerin für ein Forschungsprojekt angeworben. Der Forschungsinhalt: streng geheim.

Im Wettrüsten des Kriegs gerät sie zwischen die Fronten. Sie muss sich nicht nur zwischen zwei Liebschaften entscheiden, sondern auch zwischen den Staaten. Behält sie ihr Wissen für sich und sichert damit den Engländern einen Vorsprung? Oder schmuggelt sie Informationen an die Russen weiter? Im Glauben, dass niemand zum äussersten Mittel greift, wenn alle gleich bewaffnet sind?

Was mit packenden Szenen aus der Gegenwart und einer starken Judi Dench beginnt, wird im Laufe des Films zum hübsch ausgestatteten Historiendrama. Dem Film von Regisseur Trevor Nunn hätte es gut getan, länger auf Dench zu setzen. Zum Beispiel hätte er noch stärker darauf eingehen können, wie Joan ihrem erwachsenen Politikersohn beibringen muss, dass er fast nichts über sie weiss.

Judi Dench jedenfalls ist mit über 80 Jahren noch bestens im Geschäft. Bekannt wurde sie vor allem mit einer anderen Rolle, die auch mit grossen Geheimnissen zu tun hatte: Sie spielte früher die britische Geheimdienstchefin M in mehreren neueren James-Bond-Filmen.

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