Marius versteckte Missbrauchs-Aufnahmen mit Spezial-App

    Luca Micheli
    Luca Micheli

    Norwegen,

    Marius Borg Høiby hielt seine mutmasslichen Missbräuche mit der Kamera fest. Gespeichert hat er die Aufnahmen an einem geheimen Ort.

    Marius Borg Høiby
    Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung: Die Anklageliste gegen Marius Borg Høiby ist lang. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Marius Borg Høiby wird Vergewaltigung in mehreren Fällen vorgeworfen.
    • Ermittler berichten vor Gericht über versteckte Aufnahmen während der Übergriffe.
    • Diese soll der Sohn von Mette-Marit in einer speziellen App abgespeichert haben.

    Tag neun im Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) – und wieder lichten sich neue Details.

    Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) muss sich derzeit in 38 Anklagepunkten vor Gericht verantworten. Unter anderem wegen vier mutmasslichen Vergewaltigungen.

    Marius Borg Høiby
    Eine Gerichtsskizze von Marius Borg Høiby. - keystone

    Im Zuge der Ermittlungen stiess die Polizei auf Informationen, die Aufschluss über das gewaltsame Verhalten von Marius geben.

    Wie vor Gericht bekannt wird, dokumentierte der 29-Jährige seine Übergriffe in mehreren Fällen mit Foto- und Videoaufnahmen.

    Marius kaufte App nach Missbrauch

    Brisant: Borg Høiby versteckte jene Aufnahmen mittels einer Spezial-App auf seinem iPhone 15!

    Im Zeugenstand klärt der ehemalige Polizeibeamte Stig Berg Larsen über den Fund auf: «Private Photovault ist eine App, mit der man Mediendateien – Fotos und Videos auf dem Handy – hinter einem Passwort verstecken und schützen kann.»

    Marius Borg Høiby
    Marius Borg Høiby wurde im August 2024 erstmals festgenommen. Damals wegen Gewaltvorwürfen. - keystone

    In Marius' Fall wurden zum Zeitpunkt der Beweisaufnahme drei Fotos sowie fünf Videos als relevant eingestuft, heisst es.

    Laut den Ermittlern kaufte der Sohn von Mette-Marit besagte App am 24. März 2024 um 10.02 Uhr. Abgelegt war diese auf seinem Handy in einem Ordner namens «Spiele», zugänglich nur mit einem Passwort.

    Mutmassliches Opfer fiel in Tiefschlaf

    Den Abend zuvor soll er auf einer Party mit einem seiner mutmasslichen Opfer verbracht haben. Dabei soll es sich um den dritten Vergewaltigungsfall handeln.

    Offenbar fand der mutmassliche Übergriff nach einer langen Partynacht mit hohem Alkoholkonsum statt. Nach neuesten Informationen kam es zwischen Marius und der Frau zunächst zum einvernehmlichen Sex.

    Jedoch hatte die Frau eine Schlaftablette eingenommen, fiel infolgedessen in den Tiefschlaf. Während des darauffolgenden Missbrauchs entstanden nach Angaben der Ermittler fünf Videoaufnahmen durch Marius.

    Laut einer Freundin des mutmasslichen Opfers kam es dabei jedoch nicht zum Geschlechtsverkehr.

    «Konnte sich nicht gegen Aktion wehren»

    Vor Gericht wurde nun auch folgende Frage geklärt: Konnte sich die Frau zu jenem Zeitpunkt nicht gegen das gewaltsame Verhalten des Royals wehren?

    Schlaf­forscher Ståle Pallesen analysierte für den Prozess jenes Material, welches Borg Høiby auf seinem Handy geheim hielt.

    Wandert Marius in den Knast?

    Laut ihm soll es der Frau nicht möglich gewesen sein, sich der Tat zu widersetzen. Der Experte spricht in diesem Zusammenhang von der sogenannten Schlaftrunkenheit, die bei einer hohen Alkoholdosis innerhalb von 30 Sekunden eintreten kann.

    Marius Borg Høiby
    Marius Borg Høiby machte immer mal wieder mit Alkohol- und Drogenexzessen von sich reden. - X / @JosMChacn2

    Pallesen erklärt nach abschliessender Begutachtung am Dienstagvormittag: «Aufgrund ihrer Schläfrigkeit war sie nicht in der Lage zu verstehen, was geschah. Und konnte sich daher auch nicht gegen die Aktion wehren.»

    Inzwischen hat eine Notfallbeauftragte über das mutmassliche Missbrauchsopfer ausgesagt. Die Anhörung des medizinischen Berichts zum Gesundheitszustand der betroffenen Frau fand aufgrund sensibler Daten unter Ausschluss der Presse statt.

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