Eurovision 2026: Israels Auftritt mit «Free Palestine»-Rufen gestört
Trotz «Free Palestine»-Sprechchören und vereinzelter Buhrufe: Israel hat den Sprung ins Finale des Eurovision 2026 geschafft.
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Das Wichtigste in Kürze
- Israels Noam Bettan hat sich trotz Protesten für das ESC-Finale am Samstag qualifiziert.
- Während seines Auftritts waren «Stop the Genocide»-Rufe in der Wiener Stadthalle zu hören.
- Fünf Länder boykottieren den ESC dieses Jahr wegen des Kriegs in Gaza komplett.
Noam Bettan hatte in Wien wohl den heikelsten Auftritt des Abends. Der israelische Sänger trat am Dienstag im ersten Halbfinal des Eurovision 2026 mit dem Song «Michelle» auf. Er sang in einer Mischung aus Französisch, Hebräisch und Englisch.
Zu Beginn seines Auftritts waren in der Wiener Stadthalle deutlich «Free Palestine»- und «Stop the Genocide»-Rufe zu hören. Diese waren auch in der Liveübertragung zu hören. Laut österreichischen Medienberichten wurden zwei Personen, welche die Übertragung störten, von der Security aus der Halle geführt.
Davon liess sich Bettan nicht beirren und brachte seinen Auftritt durch. Nach dem Auftritt sagte der Sänger laut dem öffentlich-rechtlichen Sender «Kan»: «Ich liess mich von den Buhrufen nicht stören, ich konzentrierte mich auf die israelischen Flaggen.»
Auch im Netz wurde der Auftritt beim Eurovision 2026 heiss diskutiert. «Auch wenn ich Israels Vorgehen in Gaza nicht befürworten kann. Die ganzen Zwischenrufe hat sich Noam nicht verdient», schrieb etwa ein Nutzer auf X.
Boykotte überschattet Eurovision 2026
Bettans Teilnahme ist heuer hochpolitisch. Wegen des Kriegs in Gaza boykottieren die öffentlich-rechtlichen Sender aus fünf Ländern den ESC in diesem Jahr komplett. Es ist die kleinste Ausgabe seit 2003, am Wettbewerb nehmen nur noch 35 Länder teil. Spanien, die Niederlande, Irland, Island und Slowenien sind nicht in Wien mit dabei.
Während Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde, darf Israel trotz aller Kontroversen weiter starten. ESC-Direktor Martin Green hofft, dass die Boykott-Länder zurückkehren. «Sie sind Mitglieder unserer Familie. Wir vermissen sie.»

In Wien selbst gab sich die Stadt entschlossen. «Wir lassen uns nicht in Stille terrorisieren», sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in Reaktion auf pro-palästinensische Demonstranten. Trotz Spannungen blieben die Proteste in der Stadt vergleichsweise klein. Eine für Dienstagnachmittag angekündigte Demonstration mit erwarteten 500 Teilnehmenden zog am Ende nur rund 30 Personen an.
Bereits im Vorjahr hatte Israels Beitrag für viel Diskussion gesorgt: Die Vorjahressiegerin in der Publikumswertung, Yuval Raphael, war eine Überlebende des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 und holte am Ende den zweiten Rang.
Diese Länder sind im Final des Eurovision 2026
Neben Israel haben sich im ersten Halbfinal: Moldau, Schweden, Kroatien, Griechenland, Finnland, Belgien, Litauen, Polen und Serbien für das Finale qualifiziert. Dieses findet am Samstag in Wien statt. Die Thunerin Veronica Fusaro tritt am Freitag im zweiten Halbfinal an.

Bettan selbst war im Vorfeld nicht ganz unumstritten gewesen. Am Samstag erhielt er von den Veranstaltern eine formelle Verwarnung. In Videos hatte er seine Fans dazu aufgerufen, zehnmal für ihn zu stimmen – das ist die maximal erlaubte Anzahl.












