Ostern

    Erhebendes zum Osterfest: Daniel Lanois macht Gospel

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    Kanada,

    Gospel-Platten von Rock- und Pop-Stars sind selten. Auf den Spuren der legendären Aretha Franklin («Amazing Grace») wandelt nun der grosse Produzent Daniel Lanois: «Heavy Sun» ist erstaunlich erhebend.

    Vom Dunkel ins Licht: Daniel Lanois. Foto: Marthe Amanda Vannebo/dpa
    Vom Dunkel ins Licht: Daniel Lanois. Foto: Marthe Amanda Vannebo/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Es ist sicher nicht die schlechteste Idee, zu Ostern eine Gospel-Platte herauszubringen.

    Dass ein solch inbrünstig glaubensfestes Werk nun aber von Daniel Lanois stammt, überrascht doch ein wenig.

    Denn als Soul- oder Spiritual-Verehrer war der im September runde 70 werdende Musiker bisher nicht hervorgetreten. Man kennt ihn eher als Produzenten bahnbrechender Rock- und Pop-Alben, unter anderem von Peter Gabriel («So», «Us»), Bob Dylan («Time Out Of Mind»), U2 («The Joshua Tree», «Achtung Baby») oder Neil Young «(Le Noise»). Und natürlich als Multiinstrumentalisten mit einer eigenen Diskografie von «Acadie» (1989) bis «The Music of Red Dead Redemption 2» (2019).

    «Heavy Sun» (eOne/SPV) zeigt also eine überraschende Seite des stets experimentierfreudigen elfmaligen Grammy-Gewinners Lanois. «Ich spüre, dass ich kurz vor einem neuen Kapitel stehe», sagt der Kanadier.

    Wie sein Label weiter berichtet, sei der 69-Jährige «mit Orgel- und Gospelmusik aufgewachsen und hat sich als junger Mann im Studio die ersten Sporen verdient, als er Gesangsquartette auf ihren Tourneen durch Ontario aufnahm. (...) Seine Liebe zu Soul und Roots-Musik hat ihn nie verlassen.»

    Und das kann man nun beeindruckt hören, denn «Heavy Sun» strebt tatsächlich mit tollen Arrangements und wunderschönen mehrstimmigen Gesangsharmonien der Sänger Rocco DeLuca, Johnny Shepherd und Jim Wilson gen Firmament. Das Album wurde in Los Angeles und Toronto aufgenommen, der luftige, innige Sound klingt aber eher nach einer rustikalen afroamerikanischen Kirche in den US-Südstaaten.

    Die wie immer bei Lanois perfekte Produktion wird getragen von satten Orgelklängen und virtuosen Gospel-Stimmen, die Texte spiegeln Gläubigkeit, Hoffnung, Trost - alles nicht verkehrt für diese unsicheren Zeiten. «Wir wollen mit dieser Musik die Stimmung der Menschen heben», so der kanadische Meistermusiker. «Es ist im Moment so einfach, sich isoliert zu fühlen, aber wir möchten, dass sich alle in das, was wir tun, einbezogen fühlen.» Mission erfüllt. Und Amen.

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