Eines der bedeutendsten Werke der Rockgeschichte ist in einer neuen Fassung erschienen. Crosby, Stills, Nash & Young schufen mit ihrem Erstlingsalbum «Déjà Vu» etwas Unvergessliches.
«Déjà Vu» von Crosby, Stills, Nash & Young ist neu aufgelegt worden. Foto: Henry Diltz/dpa
«Déjà Vu» von Crosby, Stills, Nash & Young ist neu aufgelegt worden. Foto: Henry Diltz/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Es ist genau 51 Jahre her, dass David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young ihr legendäres Album «Déjà Vu» vorstellten und damit ungeahnte Erfolge feierten.

Es gilt auch heute noch als eines der besten Rockalben aller Zeiten.

Wegen der Fotografie von langhaarigen Musikern auf dem Cover von vielen Eltern als Hippie-Idylle «enttarnt» und als schlechter Einfluss auf die eigenen Sprösslinge eingestuft, dazu auch noch kurz nach dem Woodstock-Festival, musste die Band gegen viele Vorurteile ankämpfen, setzte sich aber letztendlich mit ihrem Sound durch und spielte sich in die Herzen eines Millionenpublikums hinein.

Und jetzt, 51 Jahre später, wurde das Erfolgsalbum neu aufgelegt. Und wie! Gleich als Sonderedition mit unzähligen, bisher unveröffentlichten Studioaufnahmen und - heute fast schon selbstverständlich - den Originalsongs, die ein Remastering über sich ergehen liessen. «Die Menschen werden schlicht entzückt sein», freut sich Graham Nash (79) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur über das Gesamtwerk.

Die krumme Zahl 51, eigentlich war die Neuauflage schon im Vorjahr zum 50. Geburtstag des Albums geplant, sei schlicht der Corona-Pandemie geschuldet. «Und natürlich der räumlichen Entfernung von vielen tausend Kilometern zwischen den Bandmitgliedern», sagt Nash. «Dieses Virus hat jeden Aspekt unserer Existenz in Mitleidenschaft gezogen, daher sei es auch mühsam gewesen, mit vier Personen viel Zeug durchzuackern.»

Nash erinnert sich gerne an die ersten Jahre der Band zurück. Und natürlich ihr Erstlingswerk, dass sich deutlich von ihrem nächsten Album «4 Way Street» unterschied. «Wie waren damals, als wir an «Déjà Vu» arbeiteten, vier junge Männer, von denen jeder eine Freundin hatte und schwer verliebt war.» Nur wenig später seien die Beziehungen überwiegend in die Brüche gegangen. «Die Vibes gingen einfach verloren».

Würde er heute an dem Album etwas anderes machen, als damals vor 51 Jahren? «Naja, die Technologie hat uns damals Grenzen gesetzt, wir hatten ja nur 20 Minuten pro Seite auf jeder LP», sagt Nash. «Wir mussten vieles kürzen und früher ausblenden, allein der Titelsong hätte schon eine Länge von 14 Minuten gehabt.» Andererseits müsse bei derart langen Stücken heute darüber nachgedacht werden, «ob Menschen überhaupt eine derart lange Aufmerksamkeitsspanne haben».

An einer erneuten Zusammenkunft der Band, die zuletzt 2014 gemeinsam auf der Bühne erschien, zweifelt Nash «sehr». Denn danach zerstritten sich die Bandmitglieder untereinander, ein Wort ergab das andere, in Interviews flogen unschöne Worte, aus Freundschaften wurden Feindschaften.

Am Ende ging Neil Young seine eigenen Wege, und zwischen Nash und David Crosby brach eine Eiszeit aus. «Ich habe schon seit über vier Jahren nicht mehr mit Crosby gesprochen», gesteht Nash. «Das Ganze ist einfach schade.»

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