Nach Macklemore-Aus: Alle Support-Acts verlassen Ed Sheerans Tour

    Melsada Zec-Zejnic
    Melsada Zec-Zejnic

    USA,

    Ed Sheerans «Loop Tour» verliert alle Support-Acts. Vier Künstler ziehen sich nach dem Ausschluss von Macklemore aus Solidarität zurück.

    Ed Sheeran
    Ed Sheeran steht nach dem Macklemore-Rausschmiss weiter in der Kritik. (Archivbild) - keystone

    Nach dem Ausschluss von Macklemore haben vier weitere Acts ihre Teilnahme an Ed Sheerans aktueller «Loop Tour» abgesagt. Damit haben alle verbliebenen Support-Acts ihre geplanten Auftritte gestrichen, berichtet «ZDFheute».

    Aaron Rowe, Beoga, Lukas Graham und Finneas begründeten ihren Rückzug mit dem Umgang mit Macklemore und ihrer Unterstützung für Palästina. Auslöser waren Macklemores Auftritte im MetLife Stadium in New Jersey Anfang September.

    Dort rief der US-Rapper «Free Palestine» und spielte seinen Protestsong «Hind's Hall», berichtet «USA Today». Mehrere Betreiber kommender Tour-Spielstätten lehnten daraufhin Auftritte Macklemores ab.

    Macklemore: Israel-Kritik ist kein Antisemitismus

    Dazu gehörte auch das Gillette Stadium der Kraft Group von New-England-Patriots-Eigentümer Robert Kraft. Kraft begründete seine Entscheidung mit Macklemores jüngsten Äusserungen sowie einer aus seiner Sicht längeren Geschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache.

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    Macklemore wurde nach seinen Auftritten im MetLife Stadium von weiteren Terminen der «Loop Tour» ausgeschlossen. (Archivbild) - keystone

    Er verwies auf sein Engagement gegen Hass und Antisemitismus und erklärte, einschreiten zu müssen, wenn eine Grenze überschritten werde. Macklemore weist den Vorwurf des Antisemitismus zurück.

    Die Gleichsetzung von Antisemitismus mit Kritik an Israels Vorgehen diene dazu, Israel der Verantwortung zu entziehen, erklärte er laut «Reuters». Bereits bei seinem zweiten Auftritt im MetLife Stadium hatte sich der Rapper ausdrücklich an jüdische Zuschauer gewandt.

    Veranstalter entschied über Macklemores Ausschluss

    Kritik an Israel sei keine Kritik an Jüdinnen und Juden, betonte Macklemore. Er erklärte, seine Botschaft stehe für Frieden, Liebe, Würde und Gleichheit für alle Menschen.

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    Ed Sheeran betont, dass Macklemores Ausschluss nicht seine Entscheidung gewesen sei. (Archivbild) - keystone

    Macklemore wirft Kraft zugleich vor, weitere Stadionbetreiber gegen seine Teilnahme an der Tour mobilisiert zu haben, berichtet «Variety». Ed Sheeran betonte in einem Instagram-Statement, dass die Entscheidung über Macklemores Ausschluss nicht von ihm getroffen worden sei.

    «Dass Macklemore die Tour verlassen musste, war die Entscheidung des Veranstalters, nicht meine», erklärte der Sänger laut «ABC News». Sheeran erklärte zudem, er habe mit Veranstaltern und Stadionbetreibern nach einer Lösung gesucht, letztlich sei deren Entscheidung jedoch endgültig gewesen.

    Vier Künstler verlassen Ed Sheerans Tour

    Kurz nach Sheerans Stellungnahme kündigten Aaron Rowe, Beoga, Lukas Graham und Finneas ihren Rückzug von geplanten Tourterminen an. Die vier Künstler begründeten ihre Entscheidungen anschliessend in eigenen Instagram-Statements.

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    Aaron Rowe erklärte nach seinem Rückzug von der Tour seine Unterstützung für Palästina. - Instagram/@aaronrowe__

    Aaron Rowe erklärte, er würde «jeden Respekt vor sich selbst verlieren», wenn er die Tour wie bisher fortsetzen würde. Der irische Musiker verwies dabei auf die Geschichte seines Landes mit Unterdrückung, Hungersnöten und Besatzung, berichtet «The Guardian».

    Zugleich betonte Rowe seine Dankbarkeit gegenüber Sheeran und beendete sein Statement mit den Worten «Free Palestine». Auch Beoga erklärte, nicht in Stadien auftreten zu können, die Stimmen für ein freies Palästina unterdrückten.

    Finneas fordert freie Stimme für Künstler

    Lukas Graham schrieb, Menschen müssten über Krieg, getötete Zivilisten und Kinder sprechen dürfen, die ein Recht darauf hätten, aufzuwachsen. «Dabei spielt es keine Rolle, wo sie leben», erklärte die dänische Band laut «The Guardian».

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    Finneas sollte bei sechs Südamerika-Konzerten von Ed Sheeran auftreten. - Instagram/@finneas

    Finneas betonte ebenfalls, Künstler dürften nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie sich für unterdrückte Menschen einsetzten, berichtet «Reuters». Der Musiker, der bei sechs Südamerika-Konzerten auftreten sollte, erklärte zudem ausdrücklich seine Unterstützung für Palästina.

    Die Kontroverse um Macklemores Ausschluss zieht inzwischen über Sheerans Tour hinaus weitere Reaktionen nach sich. Auch US-Sängerin Kehlani stellte sich öffentlich hinter Macklemore und dessen Unterstützung für Palästina, berichtet «The Guardian».

    Sheeran will Konzerte als Orte der Gemeinschaft bewahren

    Sheeran betonte unterdessen, sein öffentliches Schweigen zum Nahostkonflikt bedeute weder Gleichgültigkeit noch fehlendes persönliches Engagement. Er versuche, seine Konzerte als Orte der Gemeinschaft und Freude zu gestalten, erklärte der Sänger laut «Reuters».

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    Die kommenden Termine der «Loop Tour» sind trotz Macklemores Ausschluss und des Rückzugs aller verbliebenen Support-Acts weiterhin angesetzt.

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    Kommentare

    User #4651 (nicht angemeldet)

    Er kann doch unserer Schlagerwurst eine Chance geben, das Publikum einzuheizen. Mit fröhlichen Weisen von Herz und Schmerz, den Bergen und dem Gejodel glücklicher Schöfli.

    User #2631 (nicht angemeldet)

    Terroristen unterstützt man nicht. Der Ausschluss ist völlig berechtigt

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