Baez singt für Berlinale-Publikum - Doku über Sängerin gefeiert

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Deutschland,

    Und dann singt sie auch noch: Bei der Premiere des Dokumentarfilms «Joan Baez I Am A Noise» hat die 82 Jahre alte US-Sängerin das Berlinale-Publikum in ihren Bann gezogen. Nach dem Screening erschienen nicht nur die Regisseurinnen Karen O'Connor und Maeve O'Boyle, auch Baez selbst zeigte sich vor dem glitzernden Vorhang des historischen Kinos International. Zum Ende einer Fragerunde verabschiedete sich Baez mit einer kurzen Gesangseinlage.

    US-Folksängerin Joan Baez ist seit den 1960er Jahren als Musikerin aktiv. Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa
    US-Folksängerin Joan Baez ist seit den 1960er Jahren als Musikerin aktiv. Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für «Joan Baez I Am A Noise» haben die Macherinnen, zu denen auch noch Miri Navasky gehört, die Abschiedstour der Sängerin im Jahr 2018 als Rahmenhandlung gewählt.

    Der fast zweistündige Film geht aber deutlich über eine Konzert-Doku nach 60 Jahren auf der Bühne hinaus. In Interviews lassen vor allem Baez sowie ihre Schwestern Mimi und Pauline tief blicken in die oberflächlich glücklichen und doch sehr komplizierten Familienstrukturen.

    Der Film wird so zu einer oft schonungslosen Bilanz von Karriere und Privatleben, Therapien und Drogen, ständigen Selbstzweifeln, einer gespaltenen Persönlichkeit, Depressionen. Auch die wichtigsten Beziehungen spielen eine Rolle. Etwa zum noch sehr jungen Bob Dylan, dem die frühe Popularität von Baez auch als Vehikel der eigenen Karriere diente. Sie tanzt barfuss durch Paris, marschiert mit Martin Luther King, singt hier, protestiert dort.

    Das Altern machte Baez auf ihrem langen und erfolgreichen Weg mehr zu schaffen, als sie selbst dachte. «Ich habe die Stimme nicht mehr. Ich vermisse sie», sagt sie im Film. Sie klingt noch immer beeindruckend, nur die Klarheit und Höhen schaffen die Stimmmuskeln nicht mehr.

    Grundlage für viele Geschichten und Erinnerungen («Wie erinnern uns an das, was wir wollen») war ein umfassendes Depot, in dem die Eltern Fotos, Zeichnungen, Videos, Tonaufnahmen der Familie aufbewahrt hatten. Baez kannte das Depot nach eigenen Angaben nicht, war dort bis zum Film nie gewesen: «Ich hatte keine Idee davon.»

    In Berlin überlegt sie kurz, was ohne Musik und ihre berühmte Stimme aus ihr geworden wäre. «Ich weiss nicht, wie sich mein Leben entwickelt hätte, wenn ich nicht so früh gesungen hätte», sagt sie. Und fügt an: «Ich bin zufrieden.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Viola Amherd
    262 Interaktionen
    Schädlich?
    werbung
    95 Interaktionen
    Auch bei Promis

    MEHR IN PEOPLE

    Trump Susan Dell Michael
    1 Interaktionen
    Nach Spende
    Big Brother Schweiz
    7 Interaktionen
    Kult
    Priscilla Presley
    1 Interaktionen
    Endlich 18!

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Friedrich Merz
    13 Interaktionen
    Berlin
    Puma
    3 Interaktionen
    Oberding
    VW
    13 Interaktionen
    Laut Studie