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    Studie: Europas Autoindustrie spart an falscher Stelle

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Europas Autoindustrie kämpft mit grossen Kürzungsprogrammen gegen den Niedergang und gegen die chinesische Konkurrenz. Doch Sparen an der falschen Stelle sei höchst riskant, warnen die Ökonomen des deutschen Finanzkonzerns Allianz in einer Studie.

    VW
    Europas Autoindustrie droht der Niedergang. Doch laut einer neuen Studie wird an der falschen Stelle der Rotstift angesetzt. - keystone

    Die europäischen Automobilkonzern hätten ihre Investitionen in diesem Jahr um 20 Prozent reduziert, heisst es in der Studie. Und dies, obwohl der technologische Rückstand auf die chinesische Konkurrenz bei Digitalisierung und Batterietechnologie grösser zu werden drohe.

    Die Ökonomen stellen den Chefetagen der heimischen Autoindustrie in der unverblümt formulierten Studie entsprechend ein schlechtes Zeugnis aus. Die Hauptursache des Niedergangs sei hausgemacht: Die europäische Autoindustrie hat ihr Geld demnach in den vergangenen zwei Jahrzehnten für die falschen Zwecke ausgegeben.

    Anlass der Veröffentlichung ist die am kommenden Montag beginnende Pariser Autoshow, bei der der Anteil der noch vor wenigen Jahren dominanten europäischen Aussteller laut Allianz auf nur noch 40 Prozent sinkt.

    Nach Meinung der Allianz-Ökonomen haben Europas Autohersteller ihr Kapital zu lang in die hergebrachte Verbrennertechnologie gesteckt sowie für kurzfristige Renditen und Dividenden ausgegeben, statt frühzeitig und mutig in Elektrifizierung und Digitalisierung zu investieren. Technologischer Rückstand, Chinaschock und Markenerosion sind nach Einschätzung der Allianz-Ökonomen keine separaten Krisenphänomene, sondern sämtlich auf falschen Einsatz des Kapitals zurückzuführen.

    «Als die Autobauer das Kapital schliesslich umgeschichtet haben, um Zukunftsthemen anzugehen, ist es mit der Giesskanne auf zu viele Vorhaben verteilt worden», sagte Guillaume Dejean, Autofachmann bei Allianz Trade. «Die Kapitalallokation der vergangenen zwei Jahrzehnte ist ein Bumerang, der jetzt zurückkommt.»

    Die Lage der europäischen Autoindustrie schätzen die Allianz-Volkswirte als sehr bedenklich ein: Die Wertschöpfung je in Europa verkauften Autos ist demnach seit 2021/22 um 30 bis 45 Prozent gesunken. Die Marktanteilsverluste in Europa beziffern die Studienautoren auf zehn Prozent, in China etwas geringer auf sieben Prozent.

    «Schon kleine weitere Marktanteilsverluste könnten erhebliche finanzielle Folgen haben», sagte Milo Bogaerts, der Chef von Allianz Trade in den deutschsprachigen Ländern. «Verlieren die deutschen Hersteller bis 2030 in Europa und China jeweils weitere drei Prozentpunkte, wären rund drei Milliarden Euro Wertschöpfung gefährdet.»

    Mahnende Worte richten die Allianz-Ökonomen auch an die europäische Politik: Eine Aufweichung des ursprünglich für Neufahrzeuge ab 2035 geplanten Verbrennerverbots ohne verbindlichen Fahrplan birgt demnach die Gefahr, dass die heimischen Autohersteller noch weiter hinter die asiatische Konkurrenz zurückfallen.

    Die Studie ist nicht ausschliesslich düster, sondern zeigt auch Hoffnungszeichen: Der Niedergang der heimischen Autohersteller liesse sich demnach durchaus aufhalten, wenn die Unternehmen klug investierten. Neue Umsätze könnte demnach vor allem das Geschäft mit Software und digitalen Dienstleistungen bringen.

    Und auch aktuell sind europäische Elektroautos demnach in mancher Hinsicht besser als gedacht: Im Segment unter 50'000 Euro bieten sie demnach sogar ein besseres Preis-Reichweiten-Verhältnis als chinesische E-Autos.

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    Kommentare

    User #5600 (nicht angemeldet)

    Die Qualität der Deutschen Autos ist in den letzten Jahren sehr mies geworden. In der Firma fahren wir VW und Mercedes. Wesentlich mehr Reparaturen als bei Japaner. Ich fahre privat seit 2003 Japanische Autos und weis wovon ich spreche

    User #7443 (nicht angemeldet)

    Jeder der heute noch einen Verbrenner kauft trägt zum Niedergang der deutschen Hersteller bei. Die deutschen Autohersteller haben erfolgreich in Brüssel lobbyiert. Nun haben sie wenigstens keine Ausreden mehr, wenn die Konkurrenz sie bei den Elektroautos abhängt. Lasst Sie weiter Verbrenner bauen und den Preis dafür zahlen anders lernen Sie es nicht.

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