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    Aids, Pest, Corona: Museum zeigt Geschichte der Pandemien

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    Niederlande,

    Im April sollte in einem Museum in den Niederlanden eine Ausstellung über Pandemien eröffnet werden. Wegen des Coronavirus kann die Schau erst jetzt starten.

    Virus Outbreak Brazil
    Coronavirus-Patienten werden in einem Spital in Brasilien behandelt. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein niederländisches Museum zeigt eine Ausstellung zum Thema Pandemien.
    • Vertreten sind unter anderem die Pest und das Coronavirus.
    • Ironischerweise musste die Schau wegen Covid-19 verschoben werden.

    Allein im Mittelalter starb jeder dritte Europäer an der Pest. Aber auch im 20. und 21. Jahrhundert sind Pandemien allgegenwärtig.

    Die Ausstellung «Infiziert!» wirft einen Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

    Willem-Alexander Maxima
    Königin Maxima und König Willem-Alexander. - dpa

    Ein langes dunkles Gewand und eine Ledermaske mit langem Schnabel: So sah Schutzkleidung im 17. Jahrhundert zur Zeit der Pest-Epidemie aus. Heute tragen Pfleger zum Schutz vor Corona weisse Anzüge, Mundmasken und breite Plexiglas-Brillen.

    Das Wissenschaftsmuseum Boerhaave im niederländischen Leiden zeigt in der Ausstellung «Infiziert!» die Geschichte von Epidemien von der Pest bis zu Corona. Der niederländische König Willem-Alexander eröffnete die Schau am Donnerstagmittag.

    Pandemie-Ausstellung von Pandemie gestoppt

    Das Museum wolle zeigen, wie sehr Epidemien das ganze Leben zerrütten können, sagte Museumsdirektor Amito Haarhuis der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollten aber auch vor der unbekannten Krankheit warnen, dem Virus X, das jederzeit über uns kommen könnte.»

    Ausstellung «Infiziert!»
    Die Kleidung eines Pestarztes aus dem siebzehnten Jahrhundert. Ein langes dunkles Gewand und eine Ledermaske mit langem Schnabel. So sah Schutzkleidung im 17. Jahrhundert zur Zeit der Pest-Epidemie aus. Foto: --/Rijksmuseum Boerhaave./dpa - dpa

    Ironie der Geschichte: Kurz vor der geplanten Eröffnung musste das Museum wegen der Corona-Pandemie geschlossen werden. Mit viermonatiger Verspätung kann die Ausstellung nun öffnen und ist erweitert um das aktuelle Kapitel Corona. Sie präsentiert Videos, Fotos und Objekte aus den vergangenen Monaten.

    Das Museum zeigt Parallelen wie etwa eine Schutzkleidung. Die langen Schnäbel der Pest-Masken waren im Mittelalter mit stark riechenden Kräutern gefüllt, um die Erreger fern zu halten. Schon damals setzte man auf Abstand, Schutzkleidung und Isolierung der Kranken. «Social Distancing ist sehr alt», sagte Haarhuis.

    VIele Krankheiten noch nicht so lange her

    Die mittelalterliche Pest verursachte bis zu 200 Millionen Tote, jeder dritte Europäer starb daran. Viele Pandemien sind aber noch gar nicht so lange her, wie die spanische Grippe zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder Aids im 20. Jahrhundert.

    pocken
    Das Pockenvirus unter dem Elektronenmikroskop. - CENTER FOR DISEASE CONTROL/AFP/Archiv

    Eine der mörderischsten Krankheiten waren die Pocken, die über Jahrhunderte Millionen Menschen das Leben kosteten. Erst seit den 1980er Jahren gelten die Pocken als ausgerottet. Malaria gab es vor gut hundert Jahren auch in Europa.

    Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören die über hundert Jahre alten, lebensechten Wachsmodelle, hergestellt im Pathoplastischen Institut in Dresden. Es sind Masken von Gesichtern und Körpern von echten Patienten. Ein Modell etwa zeigt einen sterbenden Mann, an seinem Hals eine grässliche dicke Pestbeule.

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