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SRF-Auswanderer: Berner Ehepaar wohnt jetzt mit Hund auf Segelboot

Aline Klötzli
Aline Klötzli

Bern,

Von 160 auf 30 Quadratmeter: Franziska und Stefan Wüthrich aus Bern leben seit zwei Jahren auf einem Segelschiff. SRF hat sie besucht.

Segelboot SRF Auswanderer
Stefan und Franziska Wüthrich aus Bern haben in der Schweiz alles verkauft. Jetzt haben sie nur noch ihr Segelschiff. - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Franziska und Stefan Wüthrich aus Bern haben schon vieles erlebt.
  • Das Ehepaar wohnt mit seinem Hund auf einem Segelboot im Mittelmeer.
  • Für ihren Hafenplatz in der Camargue (F) zahlen sie 365 Euro pro Monat.

Von der Schweiz ab aufs Mittelmeer!

Franziska und Stefan Wüthrich haben ihr Zuhause aufgegeben und mit einem Segelboot eingetauscht. Seit zwei Jahren ist das Ehepaar aus Bern nun auf dem Wasser daheim. Mit an Bord ist auch ihr Hund Alexis.

«Bis jetzt haben wir es nicht bereut»

Für die SRF-Auswanderer-Spezialsendung «Rund ums Mittelmeer – Leben, wo andere Ferien machen» hat Mona Vetsch ihnen einen Besuch abgestattet.

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SRF-Moderatorin Mona Vetsch besucht die Wüthrichs in Frankreich. - SRF

Die Wüthrichs wollten eigentlich bis zur Pensionierung warten, um sich ihren Traum zu verwirklichen. Doch ein Schicksalsschlag beschleunigte den Prozess. «Ich habe einen von meinen besten Freunden verloren. Er ist an Krebs gestorben», erzählt Stefan.

Sie hätten daher den Entschluss gefasst, schon vorher aufzubrechen. «Bis jetzt haben wir es nicht bereut.»

Hund Alexis macht die Wellen zu schaffen

Für ihren zehnjährigen Vierbeiner ist das Leben auf See aber nicht immer einfach. Die Wellen machen ihm manchmal zu schaffen. Auch seine Blase ist nicht mehr die jüngste, weswegen Alexis auch mal vom Schiffsrand aus ins Meer pinkeln muss.

Ansonsten versuchen sie es ihrem Hund so einfach wie möglich zu machen. Aus Gemütlichkeit, aber auch seinetwegen, segeln sie kaum länger als fünf bis sechs Stunden am Stück.

Von 160 auf 30 Quadratmeter

Gemeinsam mit ihrem Hund leben Franziska und Stefan jetzt auf 30 Quadratmetern. Davor hatten sie 160 Quadratmeter. Das Ehepaar lebte in Ittigen bei Bern und hat einen Sohn und eine Tochter.

Beide waren vor dem Segel-Abenteuer selbstständig: Sie als medizinische Masseurin, er hatte ein Orthopädie-Geschäft.

Könntest du dir vorstellen, auf einem Segelboot zu leben?

Dass sie nun rund um die Uhr auf wenig Wohnraum aufeinander hocken, das macht den Wüthrichs nichts aus. Das soziale Umfeld komme allerdings manchmal ein wenig zu kurz, sagen sie. «Das ist halt der Preis, gell.»

Ihr Heimathafen ist der Port Camargue in Frankreich. Das ganze Jahr über haben sie dort einen Hafenplatz reserviert. Das kostet sie 365 Euro pro Monat – inklusive Strom und Wasser.

Franziska und Stefan Wüthrich haben in ihrem Leben schon vieles erlebt. Es ist nicht das erste Mal, dass sie im Ausland wohnen.

Familie musste aus dem Tschad flüchten

Drei Jahre lang lebten sie mit ihren damals kleinen Kindern einst im Tschad. «Es war eine wunderschöne Zeit», sagt Franziska rückblickend. Man habe sehr viel Zeit für die Familie gehabt.

Doch dann kam es zum Regierungssturz und die Wüthrichs mussten das Land verlassen.

Sie erzählen Mona Vetsch, dass ihr Wächter sie damals vor dem Putsch gewarnt hatte. «Du hast dann eine Machete ins Bett genommen zum Schlafen, gell», sagt Franziska zu Stefan.

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Die Wüthrichs erzählen von ihrer Zeit in Afrika. - SRF

Danach seien sie durch Gärten geflüchtet und gelangten zu den Fremdenlegionären. «Die haben uns herausgeholt», erzählt das Paar.

Doch davor kam es noch zu einem Schreckensmoment: Ihr damals sieben, acht Monate alter Sohn war plötzlich verschwunden – und tauchte auf einem Lastwagen wieder auf! Wie bitte?

«Hey! Der gehört uns!», hätten sie dann gerufen. Es seien chaotische Szenen gewesen. In der Nacht wurde die vierköpfige Familie schliesslich nach Paris ausgeflogen.

Wie lange soll das Segel-Abenteuer dauern?

Danach hielten sich die Wüthrichs eine lange Zeit still – bis jetzt. Seit zwei Jahren sind Franziska und Stefan nun auf dem Mittelmeer zu Hause.

Wie lange sie so leben möchten? «Solange, wie wir Lust haben», sagen sie.

Kommentare

User #2683 (nicht angemeldet)

Wäre definitiv nicht mein Traum auf einem Schiff zu leben.

User #2462 (nicht angemeldet)

Ein beträchtlicher Teil der Serafe-Gebühren fliesst in Unterhaltungsformate wie Mona mittendrin. Ich frage mich, weshalb ich für solche Sendungen bezahlen muss, obwohl ich sie gar nicht anschaue. Weshalb gibt es kein freiwilliges Modell, ähnlich wie bei Netflix, Spotify oder Disney+, bei dem ich nur für die Inhalte zahle, die ich auch wirklich nutzen möchte?

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