Jury-Urgestein Dieter Bohlen rechnet mit «DSDS» ab
Vor dem «DSDS»-Staffelstart verliert Dieter Bohlen überraschend kritische Worte über die Castingshow. Der Pop-Titan spricht von einer «Illusion».

Das Wichtigste in Kürze
- Dieter Bohlen fällt ein hartes Urteil für «Deutschland sucht den Superstar».
- Einen lebenslangen Erfolg nach einem Sieg in der Castingshow bezeichnet er als «Illusion».
- Selbst KI-generierte Songs würden heutzutage besser ankommen, meint der Pop-Titan.
Das lange Warten hat bald ein Ende: Am 4. April startet «Deutschland sucht den Superstar» nach über einem Jahr Pause in die 22. Staffel.
Jury-Urgestein Dieter Bohlen (72) ist seit über zwei Jahrzehnten für knallharte Urteile bekannt. Doch jetzt rechnet er selbst mit der Castingshow ab.
«Wirklich ein bisschen aus der Zeit gefallen»
Am Rande der Recall-Dreharbeiten im Europa-Park in Rust (D) erklärt der Pop-Titan der «Bild»-Zeitung: «Die Leute, auch die Medien, kritisieren uns ja immer und höhnen, dass wir noch nie einen echten Superstar gefunden hätten. Vielleicht ist dieser Ausdruck ‹Superstar› auch nicht der Richtige. Der ist wirklich ein bisschen aus der Zeit gefallen.»
Überraschende Worte, wenn man bedenkt, dass die RTL-Show doch einige namhafte Talente hervorgebracht hat.
«Superstars» wie Alexander Klaws (42), Pietro Lombardi (33), Luca Hänni (31) oder auch Beatrice Egli (37) konnten sich nach ihrem Sieg eine erfolgreiche Künstlerkarriere aufbauen. Und sind bis heute im Gespräch.
Lebenslanger Erfolg? Eine Illusion!
Wenn es nach Bohlen geht, könne man sich heutzutage nicht mehr auf dieses Konzept verlassen. Schonungslos meint er: «Die Leute, die denken, sie haben gewonnen und können jetzt ihr Leben lang von diesem einen Sieg bei ‹DSDS› leben. Das ist eine Illusion! »

Zwar verhelfe die Castingshow, in der Musikbranche Fuss zu fassen. «Unsere Aufgabe im Moment kann es wirklich nur sein, so ein Beschleuniger, ein Katalysator für eine weitere Karriere zu sein. Nicht mehr, nicht weniger. Wir bieten ihnen ein Trittbrett, um ihr Können oder Nicht-Können zu zeigen», erklärt Bohlen.
Dieter Bohlen: KI als Konkurrenz
Doch die Chancen, nach einem TV-Sieg erfolgreiche Hits zu landen, stehen nach Einschätzung des Pop-Titans schlecht. Der Weg zur Chartspitze sei hart – nicht zuletzt auch wegen der technischen Entwicklungen.

«Wir haben inzwischen auch noch die Konkurrenz über KI. In Amerika sind die ersten KI-Nummern schon auf Platz 1 der Charts. Es stimmt überhaupt nicht, dass diese KI-Nummern gefühllos sind. Die singen besser als jeder Kandidat», lautet das überraschende Fazit des erfahrenen Musikproduzenten.
Interessierte Nachwuchskünstler müssen sich also warm anziehen, wenn sie vor dem oftmals gefürchteten Dieter Bohlen ihre Gesangskünste zum Besten geben.
Denn «Superstar» hin oder her – der Pop-Titan ist und bleibt immer ehrlich: «Es bringt doch nix, jemandem vorzumachen, dass er was kann, wenn er einfach nix kann. So funktioniert das nicht mehr in der harten Musikbranche.»
Hype um «DSDS» vorbei?
Auch mit Blick auf die Einschaltquoten bleibt abzuwarten, ob «DSDS» einen zweiten Karrierefrühling erlebt. Zog die Show zu Beginn noch knapp 10 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme, sank das Interesse mit den Jahren rapide.
Die letzte Staffel im Herbst 2024 musste sich mit durchschnittlich mageren 1,68 Mio. Zuschauern zufriedengeben.

Neben Urgestein Dieter Bohlen nehmen dieses Jahr Rapper Bushido (47) sowie Partysängerin Isi Glück (35) am Jurypult Platz.
Nach fünf Casting- und zwei Recall-Folgen entscheidet sich in drei Live-Shows, wer das Zeug zu Deutschlands «Superstar» hat.




















