«Der Bachelor»-Kandidatin Aurelia wurde jahrelang von ihrem damaligen Freund misshandelt. Im Gespräch mit Nau.ch erzählt sie von der Horror-Beziehung.
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«Bachelor»-Kandidatin Aurelia. - 3+

Das Wichtigste in Kürze

  • Aurelia aus Lörrach (D) kämpft im TV um das Herz von Bachelor Erkan Akyol.
  • Die 22-Jährige hat eine extrem toxische Beziehung hinter sich.
  • Ihr Ex verprügelte sie und sperrte sie stundenlang ein.

Tränen-Eklat in der neusten Folge von «Der Bachelor». Kandidatin Aurelia (22) schüttet Erkan Akyol (29) ihr Herz aus. Die Justizfachangestellte aus Lörrach (D) wurde von ihrem Ex-Partner über zwei Jahre hinweg schlimm misshandelt.

Im Gespräch mit Nau.ch erinnert sich die junge Frau an den Tiefpunkt der Horror-Beziehung: «Ich sprang aus dem fahrenden Auto, weil ich so Angst vor ihm hatte. Ich bin durch den Wald gerannt und hatte Glück, dass eine Frau angehalten und mir geholfen hat. Sie hat mich vor ihm gerettet.»

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Aurelia schüttet ihr Herz aus.
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Aurelia heult sich bei Bachelor Erkan aus.

Ihr Ex, den sie als «Narzissten» bezeichnet, hat sie immer wieder eingesperrt und verprügelt. Ihrer Familie und ihren Freunden gegenüber verschwieg Aurelia die schlimmsten Details. «Sie waren ohnehin schon gegen die Beziehung. Aber ich wollte es einfach nicht einsehen.»

«Der Bachelor»-Aurelia: «Kam mir vor wie in Film»

Der Wendepunkt kam nach gemeinsamen Ferien in Dubai. Ihr Ex-Partner sperrte die 22-Jährige stundenlang im Hotelzimmer ein und prügelte auf sie ein.

Sie erinnert sich: «Ich schaffte es schliesslich, abzuhauen und rannte zu den Hotelangestellten. Die haben mir ins Gewissen geredet, ich solle ohne ihn heimfliegen.»

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«Bachelor»-Kandidatin Aurelia aus Deutschland ist Justizfachangestellte und Influencerin. - 3+

Aurelia ging trotzdem wieder zum Ex zurück. Daheim angekommen, war es aber so, als sei ein Schalter umgelegt worden, erklärt sie. «Plötzlich wurde mir klar, dass ich ihn nicht liebe, sondern nur aus Gewohnheit mit ihm zusammen war.»

Die «Der Bachelor»-Kandidatin blockierte den Ex sofort und brach sofort jeglichen Kontakt mit ihm ab.

«Opfer braucht Zeit, Mechanismus zu durchschauen»

Dass Aurelia wieder zu ihrem Peiniger zurückkehrte, ist kein seltenes Phänomen, erklärt Pia Allemann, Co-Geschäftsleiterin der Beratungsstelle für Frauen (BIF): «Eine Trennung ist immer schwierig, für alle Personen. (...) Ist Gewalt im Spiel, kommen noch zusätzliche Hindernisse dazu. Nach einer Gewalteskalation gibt es manchmal sehr intensive Versöhnungsmomente, ähnlich wie bei der ersten Verliebtheitsphase. Danach baut sich die Spannung wieder auf, bis es zur nächsten Eskalation kommt.»

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Symbolbild zu Gewalt an Frauen. - Keystone

Dieser Zyklus binde ein Paar zusätzlich aneinander. Weiter seien oft «Peiniger» äusserst charmant und würden in absoluter Überzeugung deutlich machen, dass sie sich geändert haben. «Da braucht es für das Opfer Zeit, diesen Mechanismus zu durchschauen», so Allemann.

Bekannten und Verwandten von Betroffenen rät sie, immer wieder zu signalisieren, dass man für die Person da ist. Sei dies mit Zuhören, ein «Bett» anbieten, oder sie mit einer Beratungsstelle vermitteln.

In schlimmen Fällen Polizei einschalten

Betroffenen rät sie, mit Freunden zu sprechen, Hilfe bei einer Beratungsstelle zu holen, oder Schutz in einem Frauenhaus zu suchen. In schlimmen Fällen sollte auch die Polizei eingeschaltet werden, die ein Kontaktverbot aussprechen kann.

Pia Allemann: «Gewalthandlungen sind strafbar, insbesondere, wenn sie innerhalb einer Partnerschaft passieren. Drohungen oder Tätlichkeiten, aber auch unzählige Anrufe oder Nachrichten können zur Anzeige gebracht werden.»

In Aurelias Fall gab es keine Konsequenzen für den gewalttätigen Partner. «Ich habe mir überlegt, gerichtlich vorzugehen und habe ihn angezeigt», so die «Der Bachelor»-Kandidatin. «Die Anzeige wurde allerdings fallen gelassen, wegen einer Gegenanzeige und mangelnden Beweisen.»

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Brauchen Sie Hilfe?

Sind Sie selbst oder jemand in Ihrem Umfeld in einer toxischen Beziehung? Dann kontaktieren Sie bitte umgehend die Opferhilfe Schweiz. Hier finden Sie kostenlose und vertrauliche Unterstützung: www.opferhilfe-schweiz.ch/de/

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