Social-Media-Verbot bietet keine echte Lösung laut Experten
Ein Social-Media-Verbot zielt auf schnellen Schutz Jugendlicher ab, doch Fachleute bezweifeln seine tatsächliche Wirksamkeit.

Ein Social-Media-Verbot verspricht schnellen Schutz, doch Experten bezweifeln seine nachhaltige Wirkung. Die aktuelle Debatte kreist um Altersgrenzen, Kontrolle und die Verantwortung grosser Plattformen.
In Deutschland wird ein Verbot sozialer Netzwerke für unter 14-Jährige politisch geprüft. Wie die «Reuters» berichtet, unterstützen mehrere Parteien strengere Altersregeln und verbindliche Prüfmechanismen.
Kritik kommt von Schülervertretern und Medienpädagogen, die vor symbolischer Politik warnen. Laut «Yahoo» fordern sie stattdessen Investitionen in Bildung und digitale Kompetenzförderung.
Social-Media-Verbot: Zweifel an der Wirksamkeit
Auch internationale Erfahrungen nähren Zweifel an pauschalen Verboten für Minderjährige. «ZDFheute» schildert, dass australische Jugendliche Alterskontrollen technisch umgehen und weiterhin Plattformen nutzen.
Die technischen Hürden gelten Experten zufolge als leicht überwindbar und erzeugen Scheinsicherheit. Gleichzeitig entstehen neue Datenschutzfragen durch verpflichtende Identitätsprüfungen im Netz.
Der Menschenrechtskommissar des Europarates mahnt eine sorgfältige Abwägung staatlicher Eingriffe an. Wie «The Star» berichtet, fordert er bei Social-Media-Verboten besondere Zurückhaltung wegen möglicher Grundrechtseingriffe.
Psychische Gesundheit im Fokus
Häufig wird argumentiert, soziale Medien seien Hauptauslöser psychischer Belastungen bei Jugendlichen. Die «Washington Post» verweist jedoch auf Studien, die keinen eindeutigen Kausalzusammenhang belegen.
Forschende beschreiben ein komplexes Zusammenspiel aus familiären, schulischen und gesellschaftlichen Faktoren. Ein pauschales Social-Media-Verbot greife deshalb laut mehreren Experten zu kurz.
Stattdessen rücken Regulierung und Plattformverantwortung stärker in den Vordergrund politischer Diskussionen. Wie «Reuters» berichtet, diskutiert die EU strengere Auflagen im Rahmen bestehender Digitalgesetze.
Regulierung statt Verbannung
Im Zentrum steht dabei der Digital Services Act der Europäischen Union. Dieser sieht Transparenzpflichten und konsequentere Moderation problematischer Inhalte vor.

Medienpädagogen plädieren parallel für verbindliche Bildungsprogramme an Schulen und in Familien. Sie argumentieren, nachhaltiger Schutz entstehe durch Aufklärung und Begleitung, nicht durch reine Zugangssperren.
Die politische Debatte über ein Social-Media-Verbot dürfte damit weiter an Intensität gewinnen. Ob Verbote tatsächlich Probleme lösen, bleibt laut Experten weiterhin umstritten.












