Social-Media-Verbot bietet keine echte Lösung laut Experten

Maja Bojic
Maja Bojic

Deutschland,

Ein Social-Media-Verbot zielt auf schnellen Schutz Jugendlicher ab, doch Fachleute bezweifeln seine tatsächliche Wirksamkeit.

Jugendliche Smartphone Social-Media-Verbot
Ein Social-Media-Verbot soll Jugendlichen Schutz bieten, doch Fachleute halten seine langfristige Wirkung für fraglich. (Symbolbild) - keystone

Ein Social-Media-Verbot verspricht schnellen Schutz, doch Experten bezweifeln seine nachhaltige Wirkung. Die aktuelle Debatte kreist um Altersgrenzen, Kontrolle und die Verantwortung grosser Plattformen.

In Deutschland wird ein Verbot sozialer Netzwerke für unter 14-Jährige politisch geprüft. Wie die «Reuters» berichtet, unterstützen mehrere Parteien strengere Altersregeln und verbindliche Prüfmechanismen.

Kritik kommt von Schülervertretern und Medienpädagogen, die vor symbolischer Politik warnen. Laut «Yahoo» fordern sie stattdessen Investitionen in Bildung und digitale Kompetenzförderung.

Social-Media-Verbot: Zweifel an der Wirksamkeit

Auch internationale Erfahrungen nähren Zweifel an pauschalen Verboten für Minderjährige. «ZDFheute» schildert, dass australische Jugendliche Alterskontrollen technisch umgehen und weiterhin Plattformen nutzen.

Die technischen Hürden gelten Experten zufolge als leicht überwindbar und erzeugen Scheinsicherheit. Gleichzeitig entstehen neue Datenschutzfragen durch verpflichtende Identitätsprüfungen im Netz.

Befürwortest du ein Social-Media-Verbot für Jugendliche?

Der Menschenrechtskommissar des Europarates mahnt eine sorgfältige Abwägung staatlicher Eingriffe an. Wie «The Star» berichtet, fordert er bei Social-Media-Verboten besondere Zurückhaltung wegen möglicher Grundrechtseingriffe.

Psychische Gesundheit im Fokus

Häufig wird argumentiert, soziale Medien seien Hauptauslöser psychischer Belastungen bei Jugendlichen. Die «Washington Post» verweist jedoch auf Studien, die keinen eindeutigen Kausalzusammenhang belegen.

Forschende beschreiben ein komplexes Zusammenspiel aus familiären, schulischen und gesellschaftlichen Faktoren. Ein pauschales Social-Media-Verbot greife deshalb laut mehreren Experten zu kurz.

Stattdessen rücken Regulierung und Plattformverantwortung stärker in den Vordergrund politischer Diskussionen. Wie «Reuters» berichtet, diskutiert die EU strengere Auflagen im Rahmen bestehender Digitalgesetze.

Regulierung statt Verbannung

Im Zentrum steht dabei der Digital Services Act der Europäischen Union. Dieser sieht Transparenzpflichten und konsequentere Moderation problematischer Inhalte vor.

Social-Media-Verbot
Oft wird sozialen Medien eine zentrale Rolle bei psychischen Belastungen Jugendlicher zugeschrieben. (Symbolbild) - keystone

Medienpädagogen plädieren parallel für verbindliche Bildungsprogramme an Schulen und in Familien. Sie argumentieren, nachhaltiger Schutz entstehe durch Aufklärung und Begleitung, nicht durch reine Zugangssperren.

Die politische Debatte über ein Social-Media-Verbot dürfte damit weiter an Intensität gewinnen. Ob Verbote tatsächlich Probleme lösen, bleibt laut Experten weiterhin umstritten.

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Kommentare

Luxy-1

Nein das Social-Media-Verbot setzt nicht auf Jugendschutz sondern auf Kontrolle eones jeden Benutzers.

User #1264 (nicht angemeldet)

Verpflichtende Identitätsprüfung...ist genau das Wort um was es geht. Die "Jugend" Schützen und 100% der Medienbenutzer "kontrollieren" oder dann sperren...oder was auch immer Sie dann wollen!

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