Damit fremdsprachige Menschen bei gesundheitlichen Anliegen besser informiert sind, startet die Stadt Zürich 2023 in den Gesundheitsbetrieben ein Pilotprojekt.
Spital
Das Stadtspital Waid in Zürich. - Stadt Zürich

In der Stadt Zürich nutzen rund 41'000 Personen in ihrem Umfeld weder Schweizerdeutsch noch Hochdeutsch und weitere rund 10'000 weder eine Landessprache noch Englisch.

Zusätzlich leben in Zürich geschätzt 10'000 Sans Papiers, die oft von sprachlichen Hindernissen betroffen sind. Besonders im Zusammenhang mit Krankheit und Spitalaufenthalt treten sprachliche und kulturelle Verständigungsschwierigkeiten häufig auf.

Das Pilotprojekt zur Finanzierung eines flächendeckenden, niederschwelligen interkulturellen Übersetzungs- und Dolmetscherdienstes unterstützt die Kommunikation zwischen fremdsprachigen Patienten und dem Gesundheitspersonal, wie dies in einer Motion gefordert wurde.

Weniger Sprachbarrieren dank gezielter Vermittlungshilfen

Patienten müssen hinreichend verstanden und aufgeklärt werden, damit sie ihre Einwilligung für oder gegen eine medizinische Massnahme abgeben können. Mitarbeiter der städtischen Gesundheitsinstitutionen nutzen je nach Alltagssituation und Sprachkompetenz sprachliche Vermittlungshilfen.

Im vierjährigen Pilotprojekt werden in den Gesundheitsinstitutionen praxistaugliche Grundlagen und Prozesse geschaffen, Mitarbeiter geschult und während der Pilotphase die Dolmetscherleistungen finanziert. Neben den klassischen professionellen interkulturellen Dolmetschern sollen vermehrt neue digitale Übersetzungshilfen getestet werden.

Digitale Übersetzungshilfen im Notfallbereich

Es gibt beispielsweise Situationen wie bei einer Notfallbehandlung, in der die Zeit nicht reicht, einen professionellen interkulturellen Dolmetscher beizuziehen. Dann können neue digitale Übersetzungshilfen Abhilfe schaffen.

Auch dort, wo in Ausnahmefällen Laiendolmetscher zum Einsatz kommen, soll die Situation verbessert werden, indem sie mittels Schulungen dazu befähigt werden.

Ein Gewinn für alle

Durch die richtige Auswahl der Vermittlungshilfe minimiert sich das Risiko einer Über- oder Unterversorgung oder gar Falschbehandlung. Werden Patienten richtig informiert und verstanden, kann dies für das Gesundheitswesen zu Kosteneinsparungen führen.

Die Finanzierung für den Einsatz des professionellen Dolmetscherdienstes ist für die Pilotphase mit Start im Jahr 2023 gesichert.