Die Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu) des Kantonsrats ist sich nicht einig, ob künftig noch Billette in Regionalbussen verkauft werden sollen. Die SP fürchtet, dass Menschen ohne Smartphone so automatisch zu Schwarzfahrern werden.
SBB Ticket Automat Terminal
Eine Person löst am Billettautomat der SBB ein Ticket. - Keystone

Die Mehrheit der Kommission ist dafür, dass der Billettverkauf in den Regionalbussen eingestellt wird, wie die Kevu am Donnerstag mitteilte. Sie will aber Rücksicht auf die «nicht technikaffine Kundschaft» nehmen. Denn ohne Smartphone würde der Billettkauf schwierig, weil die Verkaufsstellen bereits stark abgebaut wurden.

In einer Absichtserklärung will die Kevu verankern, dass diese Massnahme «nach Möglichkeit abgefedert wird», wobei nicht genauer definiert ist, was das heisst.

Der SP ist das zu wenig. Sie verlangt eine «konkrete und griffige Formulierung» statt einer Absichtserklärung. Menschen ohne Smartphone und Internetzugang würden sonst zu Schwarzfahrerinnen und Schwarzfahrern oder vom ÖV ausgeschlossen, schreibt die SP.

Sie fordert deshalb «die Zugänglichkeit für alle» zu Billetten. Der Kantonsrat wird in einer seiner kommenden Sitzungen entscheiden, wo und wie künftig die Billette verkauft werden.

Ansonsten sind sich die Parteien bei der neuen ZVV-Strategie mehrheitlich einig. Die Stossrichtung, unter anderem beim Thema Dekarbonisierung, soll trotz Corona-Pandemie fortgesetzt werden.

Der Kantonsrat will aber, «als deutliches Signal an die SBB», dass die Belegung der S-Bahnen systematisch erfasst wird. Bei Bedarf sollen zudem zusätzliche Kompositionen eingesetzt werden, damit es in den Zügen während der Stosszeit nicht so eng wird.

Der ÖV im Kanton soll in der Fahrplanperiode 2022/2023 mit einem Rahmenkredit von 870 Millionen Franken unterstützt werden. Die Kevu ist einstimmig der Ansicht, dass der ÖV in Zeiten der Pandemie zusätzliches Geld braucht. Mittelfristig werde sich das wieder normalisieren.

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