In Wettingen schliesst das Kino Elite zum 5. Januar 2022. Die Gemeinde Wettingen begünstigte die Weiterentwicklung des Kinokomplexes.
Drohne - Wettingen
Drohne - Wettingen - nau.ch / jpix.ch

Die Mitteilung des Familienunternehmens Sterk zur Schliessung des Kinos Elite in Wettingen hat die Gemeindebehörden überrascht und war nicht vorangekündigt. Der Gemeinderat hat mit Bedauern den Entscheid der Familie Sterk zur Kenntnis genommen, dass das traditionsreiche, 1947 eröffnete Kino mit Datum vom 5. Januar 2022 geschlossen werde.

Dies wurde gegenüber den Gemeindebehörden nicht vorangekündigt und war nur den Medien zu entnehmen. Das Vorgehen erstaunt umso mehr, als man mit den Verantwortlichen des Kinounternehmens seit Jahren über eine Weiterentwicklung dieses Unterhaltungsbetriebs und weiterer Bauten im Gespräch war.

Schon 2012 haben die Grundeigentümer eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Darin wurden Varianten für eine geplante Überbauung Winkelried aufgezeigt, die eine Seniorenresidenz, einen unterirdisch angelegten Kinokomplex mit vier Sälen, ein Restaurant sowie Wohnungen umfasste.

Gestaltungsplanverfahren vorläufig sistiert

Aufgrund der Komplexität des Vorhabens wurde mit Zustimmung der Grundeigentümer 2014 ein Gestaltungsplanverfahren für das Gebiet zwischen Staffelstrasse und Winkelriedstrasse mit finanzieller Beteiligung durch die Gemeinde eröffnet. Das Verfahren wurde 2015 vorläufig sistiert, da parallel noch eine Teiländerung Nutzungsplanung Landstrasse im Gange war.

Diese hat schliesslich der Bauherrschaft weitere Vorteile gebracht. Ende Oktober 2017 teilten die Grundeigentümer mit, dass sie wegen kantonaler Auflagen sowie zu geringer Planungssicherheit auf das Gestaltungsplanverfahren verzichten wollen.

Überrascht und irritiert

Der Gemeinderat zeigte sich angesichts der Vorgeschichte, der bisher eingesetzten personellen und finanziellen Ressourcen seitens Gemeinde und des allseits grossen Engagements überrascht und irritiert über den Antrag der Bauherrschaft, das Gestaltungsplanverfahren abzubrechen. Die bisher erbrachten Vorleistungen wurden damit zum Teil hinfällig.

Seit diesem Rückzug durch die Bauherrschaft hat sich diese nicht mehr mit der Gemeinde in Verbindung gesetzt, um das geplante Projekt weiterzuentwickeln. Diese hat im Gegenteil immer transparent über geltende Vorschriften und Möglichkeiten einer guten Entwicklung des Planungsperimeters hingewiesen.

Lebensqualität geht verloren

So wurden auch zu keinem Zeitpunkt Vorgaben für die Dimensionierung der Kinosäle gemacht. Der Gemeinde kann nicht vorgeworfen werden, eine massgebliche Schuld an der Aufgabe des Kinokomplexes verantworten zu müssen.

Der Gemeinderat bedauert den Firmenentscheid. Geht damit doch auch ein Teil an Lebensqualität verloren. Kinos stellen einen wichtigen Pfeiler im Kulturleben der Menschen dar. Dieses vor Ort geniessen zu können, ist ein Privileg.

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