Die Gemeinden Turbenthal und Wila möchten im Bauwesen näher zusammenarbeiten. Im Rahmen eines Anschlussvertrags soll es ab Mitte 2022 Realität werden.
Bauarbeiten
Ein Schutzhelm eines Bauarbeiters. (Symbolbild) - pixabay

Wie die Gemeinde Turbenthal berichtet, wollen die Gemeinden Turbenthal und Wila in den Bereichen Hoch- und Tiefbau inklusive Planung und Werke näher zusammenarbeiten. Eine Projektgruppe mit Vertretungen beider Gemeinden hat die entsprechenden Grundlagen ausgearbeitet. Die Zusammenarbeit im Rahmen eines Anschlussvertrags soll spätestens ab Mitte 2022 Realität werden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Turbenthal und Wila bewährt sich seit vielen Jahren. So werden bereits heute im Rahmen verschiedener Zweckverbände Gemeindeaufgaben gemeinsam bewältigt (Pflege und Betreuung, Feuerwehr, Zivilschutz, Gruppenwasserversorgung und Schwimmbad Neuguet).

Der Bau- und Planungsbereich ist sehr herausfordernd

Im Bau- und Planungsbereich sind die Anforderungen an die Gemeinden in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Sich ständig ändernde gesetzliche Grundlagen, die Pflicht zu Dokumentation und Vernetzung und juristisch anspruchsvolle Beurteilungen führen dazu, dass insbesondere kleinere Gemeinden an Grenzen stossen.

In solchen Gemeinden kann eine Person kaum noch das geforderte Fachwissen über die Bereiche Hochbau, Raumplanung, Tiefbau, Werke und Gewässer abdecken. Hinzu kommen Risiken bei einem krankheits- oder unfallbedingten Ausfall oder beim Weggang einer solchen Fachperson.

Das Bauwesen muss in beiden Gemeinden neu organisiert werden

In Wila und in Turbenthal muss das Bauwesen aufgrund personeller Mutationen, Pensionierungen der verantwortlichen Personen, neu organisiert werden. Diese Situation haben die beiden Gemeinderäte zum Anlass genommen, eine gemeinsame Lösung zu prüfen.

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus den Gemeinderäten Katharina Fenner, Heinz M. Schwyter, Sandro Turcati und Fredi Waldvogel sowie den beiden Gemeindeschreibern Jürg Schenkel und Balz Zinniker hat mit Unterstützung eines externen Fachmanns verschiedene Varianten geprüft, sowie die vertragliche Grundlagen und eine Kostenkalkulation erarbeitet.

Ein Anschlussvertrag wird als beste Lösung erachtet

Als beste Lösung hat sich die Zusammenarbeit mittels Anschlussvertrag ergeben. Mit einem solchen Vertrag würde die Gemeinde Wila die Dienstleistungen im Bauwesen künftig in Turbenthal beziehen, ohne dabei die Entscheidungskompetenzen im Hochbau, Baubewilligungen, Planungen, und im Tiefbau , Kredite für Strassen- und Leitungssanierungen, zu verlieren.

Für beide Gemeinden ergeben sich Vorteile: In einer grösseren Organisation können Stellvertretungen sichergestellt, qualifiziertere Dienstleistungen erbracht und mittelfristig externe Dienstleistungen eingespart werden. Die Kosten werden kurzfristig, insbesondere in der Aufbauphase, leicht steigen und in den darauffolgenden Jahren sukzessive sinken.

Es darf davon ausgegangen werden, dass die qualitativen und quantitativen Mehrleistungen mittelfristig kostenneutral oder gar leicht günstiger erbracht werden können. Zudem könnten in Wila die anstehenden Gewässerprojekte zeitnah mit internen Ressourcen angegangen werden.

Die Gemeindeversammlung Wila hat das letzte Wort

Der Gemeinderat Turbenthal hat den Verträgen an seiner Sitzung vom 28. September 2021 zugestimmt. In Wila hat der Gemeinderat bereits am 21. September 2021 "grünes Licht" für die weiteren Schritte gegeben. Das Geschäft wird in Wila gestützt auf die Gemeindeordnung der Dezember-Gemeindeversammlung unterbreitet.

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