Die SVP ist am Sonntag, 27. November 2022, bei den Thuner Gemeinderatswahlen als grosse Siegerin vom Platz gegangen.
Der Gemeinderat. - Symbolbild
Ad

Sie hat gleich beide frei werdenden Sitze von SP und Mitte erobert und hält damit drei der fünf Gemeinderatssitze. Damit ist auch die sei einem Jahr herrschende rot-grüne Mehrheit in der Stadtregierung Geschichte.

Die SP hatte damals bei Ersatzwahlen eher überraschend einen SVP-Sitz ergattert. Doch am Sonntag musste Rot-Grün konsterniert feststellen: Die Mehrheit in der Exekutive ist wie gewonnen, so zerronnen.

Für die SP sei der Wahlabend eine bittere Enttäuschung, sagte die wiedergewählte SP-Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die drei bisherigen Gemeinderatsmitglieder schafften ihre Wiederwahl problemlos. Raphael Lanz (SVP) kam auf 7671 Stimmen. Er ist und bleibt damit Thuner Stadtpräsident.

Zwei SVP-Kandidaten ziehen neu in die Stadtregierung

Andrea de Meuron (Grüne) erhielt 5457 Stimmen und Katharine Ali-Oesch (SP) kam auf 3994 Stimmen. Neu in die Stadtregierung ziehen Reto Schertenleib (SVP) mit 5093 Stimmen und Eveline Salzmann (SVP) mit 2753 Stimmen.

Schertenleib war bereits im Vorfeld einiges zugetraut worden. Der langjährige Stadtrat verfügt über viel Politerfahrung und war bereits Gemeinderatskandidat. Bei den Wahlen am Sonntag erzielte er ein sehr gutes Ergebnis.

Der SVP sei zugute gekommen, dass sie Themen wie die Energiekrise oder das Asylwesen bearbeite, die heute aktueller denn je seien, erklärt sich Schertenleib den Erfolg seiner Partei. Dazu komme, dass die SVP in Thun moderat auftrete.

Mit Salzmann hätte hingegen kaum jemand gerechnet. Im Vorfeld der Wahl standen andere Kandidierende im Rampenlicht, etwa der Parteilose Matthias Zellweger, oder EVP-ler Jonas Baumann-Fuchs. Doch sie hatten am Sonntag das Nachsehen bei den Gemeinderatswahlen.

Exekutive mehrheitlich in Frauenhand

Nicht nur die parteipolitischen Mehrheiten verschoben sich am Sonntag in der Stadtregierung. Die Exekutive ist neu auch mehrheitlich in Frauenhand.

Die Stimmbeteiligung lag bei den Gemeinderatswahlen bei eher mageren 32,8 Prozent. Vor vier Jahren betrug sie noch über 39 Prozent.

Gruppierung Parteilos gewinnt drei Sitze

Bei den Wahlen ins Stadtparlament stach insbesondere die Gruppierung Parteilos ins Auge. In ihr haben sich um den ehemaligen FDP-Stadtrat Matthias Zellweger verschiedene Personen zusammengeschlossen. Die Gruppierung erreichte auf Anhieb drei Sitze im vierzigköpfigen Parlament.

Die Jungen Grünen verloren ihren einzigen Sitz, und auch die SVP, die SP, und die Mitte mussten je einen Sitz hergeben. Die GLP gewann einen Sitz dazu.

Neu setzt sich das Thuner Stadtparlament zusammen aus: SVP 9 Sitze, SP 7 Sitze, Grüne 8 Sitze, Mitte 3 Sitze, FDP 3 Sitze, Parteilos 3 Sitze, GLP 3 Sitze, EVP 2 Sitze und EDU 2 Sitze.

Mehr zum Thema:

EnergiekriseParlamentGrüneAugeGLPEVPFDPSPSVP