Eine Notgrabung in Sursee LU könnte Auskunft darüber geben, wie die Menschen vor 6000 Jahren im Kanton Luzern gelebt haben.
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Ein Archäologe bei der Arbeit. (Symbolbild) - Keystone
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Die Kantonsarchäologie erwartet aber nicht nur Funde aus der Jungsteinzeit, sondern vor allem aus der Spätbronzezeit. Die Korporation Sursee erneuert im Zellmoos am Sempachersee ihr Fischerhaus. An diesem Standort befand sich eine prähistorische Seeufersiedlung. Diese archäologische Fundstelle ist Bestandteil des Unesco-Welterbes.

Die Kantonsarchäologie Luzern führt deswegen seit dem 23. Mai eine Notgrabung durch. Mit dieser sollen allfällige Funde vor den Bauarbeiten gesichert werden.

Im Fokus stehe die späte Bronzezeit und somit die Zeit von 1055 bis 800 vor Christus, teilte die Kantonsarchäologie am Dienstag, 28. Juni 2022, mit. Zu erwarten sei gemäss Erfahrungen früherer Untersuchungen eine ausgezeichnet gute Erhaltung an Bodenkonstruktionen von Gebäuden wie auch Herdstellen der prähistorischen Seeufersiedlung, ferner Alltagsgegenstände, Werkzeuge, aus Italien importiertes Glas oder Bernstein aus dem Ostseeraum.

Geplante Grabungen dürften bis in die Jungsteinzeit führen, die auf die Jahre 4000 bis 3800 vor Christus datiert wird. Diese Epoche sei im Zellmoos noch wenig erforscht, teilte die Kantonsarchäologie mit. Diese Schicht dürfte aber gut erhalten sein, weil sie ständig im Grundwasser gelegen habe. Zu erwarten seien Funde wie Bauhölzer oder Pfähle, vielleicht gar Geräte aus Holz. Mit Resten von Kultur- und Wildpflanzen könnte die Ernährung und das damalige Landschaftsbild rekonstruiert werden. Die Bevölkerung kann die Grabungen am 7. Juli von 15 bis 19 Uhr besichtigen.

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