Wie die Gemeinde Buchholterberg mitteilt, wird schweizweit am Samstag, 30. April 2022 zu einem lärmfreien Gartentag aufgerufen.
Ein Mann entfernt auf einem Hamburger Friedhof mit einem Laubbläser herbstlich verfärbte Blätter. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Ein Mann entfernt auf einem Hamburger Friedhof mit einem Laubbläser herbstlich verfärbte Blätter. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa - dpa-infocom GmbH

Frühlingszeit ist auch Gartenzeit: Rasenmäher, Trimmer, Heckenschere, Häcksler und Motorsäge sorgen für Erleichterung bei der Gartenarbeit, aber auch für beachtlichen Lärm. Am «Tag gegen Lärm» vom 27. April 2022 startet die neue Kampagne, die in diesem Jahr auf die lärmige Gartenarbeit fokussiert.

Daher wird am Samstag, 30. April 2022, zu einem «lärmfreien Gartentag» aufgerufen. Denn viele Arbeiten im Garten lassen sich auch lärmfrei erledigen, und zwar von Hand. Ist der Einsatz eines motorbetriebenen Hilfsmittels unumgänglich, ist vorzugsweise ein weniger lautes elektrisch betriebenes Gerät unter Beachtung der Ruhezeiten zu verwenden.

Ruheoase schützen für mehr Lebensqualität

Die Wohnquartiere sind auch Erholungsräume. Der eigene Garten oder Balkon ist für viele Menschen ein Ort der Ruhe und Entspannung. Doch die Anspannung steigt, wenn Lärm die Ruhe stört. Gerade bei Gartenarbeiten und Grünflächenpflege wird viel unnötiger und störender Lärm produziert.

Der Garten ist zum Tummelplatz motorbetriebener Geräte geworden, an sonnigen Tagen lärmen im Quartier die Rasenmäher und Trimmer schön gestaffelt stundenlang. Nur noch an Sonn- und Regentagen kehrt Ruhe ein.

Nach Artikel 4 der Lärmschutzverordnung dürfen bewegliche Geräte und Maschinen das Wohlbefinden der betroffenen Bevölkerung nicht erheblich stören. Das Lärmen im Freien mit Maschinen und Geräten wird zeitlich eingeschränkt durch die Bestimmungen der kommunalen Polizeiverordnungen.

Gerade bei lauten Gartengeräten wäre es wünschenswert, wenn die Gemeinden offensiver eingreifen würden. Wohnquartiere und die Lebensqualität würden davon profitieren, wenn «Lärmzeiten» konzentriert und Ruhezeiten ausgebaut würden.

Leise gärtnern

Der Rasen muss ab und an gemäht und die Hecke geschnitten werden, auch das Laub sollte auf Wegen und Plätzen entfernt werden. Aber das geht auch leise. Verzichtet man auf Geräte mit Benzinmotor, für den Gartenunterhalt gibt es passende Alternativen mit Elektromotor. Oder steigt man am besten auf Handarbeit um. Sie ist leise, schont die Umwelt und ist gesund – ganz nach dem Motto «Muskeln statt Motoren».

Zudem ist es unnötig, dem Rasen permanent einen Millimeterschnitt zu verpassen. Weniger Rasenmähen macht weniger Lärm. Rasenroboter sind zwar leise, doch eine tödliche Falle für kleine Gartenbesucher. Sie machen Igeln, Amphibien und Insekten das Überleben schwer und sind daher keine Alternative zum Motormäher.

Heckenschnitt und Äste können auch ungehäckselt kompostiert werden, das Ganze dauert einfach länger. Legen sie mit gröberen Ästen einen Asthaufen an: Igel, Blindschleiche und Co. werden danken.

Laubbläser sind nicht nur laut, sondern töten Kleintiere

Laubbläser und -sauger machen so viel Krach wie ein Presslufthammer oder eine Kettensäge. Doch nicht nur der Lärm ist ein Problem. Der starke Luftstrom (über 200 Stundenkilometer) wirbelt Kleintiere wie Käfer, Asseln und Spinnen durcheinander und tötet sie.

Auch viel Feinstaub wird so in der Luft verteilt und unter Umständen eingeatmet. Gerade im Garten greift man daher besser zu Besen und Rechen. Und da kann das Laub grösstenteils auch gleich liegengelassen werden – vor allem auf Beeten oder unter Bäumen und Sträuchern –, denn Herbstlaub ist der beste Dünger für das nächste Frühjahr.

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