Studierende stellen Lösungen für Stadler Rail und Beyond Gravity vor
Von der Eisenbahnschiene bis in den Orbit: Studierende der OST präsentieren Lösungen für Stadler Rail und Beyond Gravity. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Von der Eisenbahnschiene bis in den Orbit: Wie lassen sich Schienen und Fahrwerke von Zügen vor Verschleiss schützen? Und wie können fragile Aluminium-Waben beim Bau von Forschungsraketen automatisiert montiert werden?
Maschinentechnik-Studierende der OST haben zwei Semester lang an realen Fragestellungen von Stadler und Beyond Gravity gearbeitet.
Am 29. Mai präsentieren sie ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit, wie die Ostschweizer Fachhochschule OST mitteilt.
Maschinenbau: Kernkompetenzen anhand realer Herausforderungen lernen
Fahren Züge in enge Kurven, wirken enorme Kräfte auf das Gleis, die Räder und das Fahrwerk. Mit der Zeit entsteht dadurch Verschleiss am Material, der Revisionen erfordert. Eine Herausforderung, die Bahnhersteller und -betreiber seit jeher umtreibt.
Nun haben Maschinentechnik-Studierende der OST für Stadler an Systemen getüftelt, die diesen Verschleiss reduzieren.
Eine weitere Aufgabe im diesjährigen Entwicklungsprojekts des Studiengangs Maschinentechnik an der OST stammt von Beyond Gravity: Das Unternehmen sucht innovative Lösungen, um einen Herstellungsschritt beim Bau von Forschungsraketen zu automatisieren. Auch hier arbeiten schon verschiedene Firmen daran, eine Lösung zu entwickeln.
Zwei sehr unterschiedliche Fragestellungen mit dem gleichen Ziel: Den angehenden Ingenieuren an realen Fragestellungen aus der Industrie die Kernkompetenzen des Maschinenbaus zu vermitteln.
Sieben Teams, sieben Lösungen
Beyond Gravity in Emmen baut Hüllen für sogenannte Trägerraketen, die beispielsweise Satelliten in den Weltraum befördern. Unter anderem wird in den Halbschalen eine Schicht aus Aluminium-Waben verbaut, die leicht ist und der Hülle trotzdem Stabilität verleiht.
Das Problem: Diese Aluminium-Waben sind im Handling sehr instabil und fragil. Aufgrund ihres einzigartigen Aufbaus können keine handelsüblichen Greifer die Platten fassen. Deshalb müssen aktuell mehrere Personen die Waben von Hand am Raketenkopf anbringen.
Mit dieser Herausforderung ist Beyond Gravity an die Maschinentechnik-Studierenden der OST getreten.
Die sieben Teams haben sieben sehr unterschiedliche Lösungen entwickelt, um den Prozess zu automatisieren: Die Konzepte reichen von Bimetall-Greifern, die sich mit Strom verbiegen und kleine Pinzetten bilden, über ein eigens entwickeltes Förderband bis zum Einsatz von Roboterarmen.
Kombination aus Elektrotechnik, Datenverarbeitung und Maschinenbau
Die zweite Aufgabe stammt dieses Jahr von Stadler und soll den Verschleiss an Gleisen, Rädern und den Fahrwerken von Zügen vermindern. Ein beachtlicher Teil des Verschleisses entsteht durch die Kräfte, die in engen Kurven auf das Material wirken.
Um dem entgegenzuwirken, haben die Studierenden Systeme erarbeitet, die den Kurvenradius frühzeitig erkennen, diese Info rasch verarbeiten und mit mechanischen Anpassungen der Radachsen darauf reagieren. Eine komplexe Kombination aus Elektrotechnik, Datenverarbeitung und klassischem Maschinenbau.
Auch hier haben die fünf Teams unterschiedliche Ansätze gewählt: Ein Team arbeitet mit Hydraulik, ein zweites Team hat sich für eine elektronische Radsatzsteuerung mit einem Aktor entschieden, ein weiteres Team hat einen Prototyp mit einem Drehgestell gebaut.
Für mehrere Teams stehen Patentanmeldungen im Raum.
Ausstellung für alle Interessierten
Am Freitag, 29. Mai, präsentieren die Studierenden ihre Resultate den Auftraggebern Stadler und Beyond Gravity. An der OST in Rapperswil werden sie ihre Konzepte vorstellen, Fragen der Experten beantworten und ihre Erkenntnisse den beiden Firmen übergeben.
Anschliessend können Besucher die Systeme und Prototypen bei einer Ausstellung kennenlernen und mit den angehenden Ingenieuren ins Gespräch kommen.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Ausstellung findet von 12 Uhr bis 15 Uhr auf dem Campus Rapperswil-Jona der OST – Ostschweizer Fachhochschule statt.










