Die Pandemie hat die Bereitschaft der touristischen Betriebe für Digitalisierung und Automatisierung erhöht.
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Die Stadt St. Gallen von oben. - Stadt St. Gallen

Die Tourismusbranche habe in der Pandemie stark gelitten und nicht nur viele Arbeitskräfte verloren, sondern auch an Investitionskraft eingebüsst, heisst es in einem am Donnerstag, 28. April 2022, veröffentlichten Bericht des HSG-Forschungszentrums für Tourismus und Verkehr. Basis der Studie sind Einschätzungen von Experten aus der Tourismusbranche.

Notwendig seien nun attraktivere Arbeitsbedingungen mit neuen Arbeitszeitmodellen, adäquate Löhne und Nebenleistungen sowie modernisierte Arbeitsabläufe, lauten einige der Resultate.

Erhöhte Bereitschaft für Digitalisierung und Automatisierung

Die Bereitschaft der touristischen Betriebe für Digitalisierung und Automatisierung habe sich erhöht. Vor allem im Backoffice gebe es dafür ein grosses Potential, heisst es weiter. Dazu gibt es neue Möglichkeiten. Roboter könnten «Prozesse wie das Beladen einer Bergbahn oder die Reinigung übernehmen».

Die Betriebe sollten weitere Verbesserungen prüfen. Für «mittelmässig ausgelastete touristische Anlagen» wären Mehrfach-Nutzungen eine Alternative. Aus Hotels könnten sogenannte «Co-Living-Spaces» für Gäste mit längerer Aufenthaltsdauer werden.

Speicherseen für die Pistenbeschneiung sollten für die Energieproduktion genutzt werden. In der Nebensaison gebe es die Möglichkeit, eine touristische Unterkunft auch an Flüchtlinge zu vergeben.

In der Studie wird davon abgeraten, den Boom im Wintertourismus mit einer höheren Nachfrage und Zahlungsbereitschaft sowie vielen Gäste aus der Schweiz als längerfristigen Trend anzusehen. Zu unsicher seien die makroökonomischen Rahmenbedingungen wie die Reise-Regulierungen wegen der Pandemie, der Ukraine-Krise sowie der steigenden Inflation.

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