Die Regierungen der Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden unterstützen eine Ausweitung der Covid-Zertifikatspflicht.
CORONA-ZERTIFIKAT
Corona-Zertifikat. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ostschweizer Kantone begrüssen eine Ausweitung der Zertifikatspflicht.
  • Der Bundesrat schlägt dies vor, im Falle von weiterhin steigenden Hospitalisationen.
  • Laut den Kantonen Thurgau, St. Gallen, AI und AR sei dies ein zumutbares Instrument.

Die Regierungen der Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden unterstützen die Absicht des Bundesrates, im Falle eines weiteren Anstiegs der Hospitalisationen von Corona-Erkrankten die Covid-Zertifikatspflicht auszudehnen.

Seit einigen Wochen steigt in der Schweiz die Zahl der Spitaleinweisungen von Covid-19-Patientinnen und -Patienten stetig an. Bei gleichbleibender Entwicklung werden die Aufnahmemöglichkeiten in den Ostschweizer Spitälern und Intensivstationen bald erschöpft sein, wie die vier Kantone am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung schrieben.

Schon heute müssten teilweise Operationen verschoben werden, um die Kapazitäten zu sichern. Um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden, müssten Massnahmen in die Wege geleitet werden.

Bei steigenden Hospitalisationen

Der Bundesrat schlägt vor, im Falle von weiterhin steigenden Hospitalisationen die Pflicht zum Einsatz des Covid-19-Zertifikats (geimpft, getestet, genesen) auszuweiten. Diese Massnahme betrifft namentlich Gastronomiebetriebe, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Veranstaltungen. Der Bundesrat hat zu seinen Vorschlägen bei den Kantonen vorsorglich eine Konsultation durchgeführt.

Alain Berset
Gesundheitsminister Alain Berset. - Keystone

Die Ostschweizer Regierungen erachten die vorgeschlagene Ausweitung der Zertifikatspflicht als geeignetes und zumutbares Instrument, um eine Überlastung des Gesundheitssystems und erneute Verbote oder Einschränkungen von Angeboten, Veranstaltungen und Betätigungsmöglichkeiten zu verhindern.

Graubünden will Zertifikat sogar im ÖV

Der Kanton Graubünden geht sogar noch weiter. Der Regierungsrat schreibt: «Es gibt keine Alternative zu Impfen und Testen. Entsprechend ist die Zertifikatspflicht, sollte sie denn eingeführt werden, auf alle möglichen Bereichen auszudehnen.» Konkret bei Einreise in die Schweiz, in der Gastro und Hotellerie, bei Vereinen und öffentlichen Einrichtungen.

«Zu prüfen ist sie auch für den ÖV, die Arbeitswelt und bei Aufhebung der Maskenpflicht auch für Läden.»

Und offenbar zittert man auch schon vor der Skisaison: «Die Massnahmen müssen nachhaltig sein, damit insbesondere die Herbst- und die Wintersaison sicher durchgeführt werden können.»

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