SP verlangt Fakten zu steigenden Wohnungsmietpreisen in Schlieren
Mit zwei Anfragen will die SP Schlieren herausfinden, welche Gründe hinter den steigenden Mietpreisen in Schlieren stehen, um griffige Massnahmen zu erarbeiten.

Seit Jahren steigen die Mietpreise für Wohnungen in Schlieren. Wer heute in Schlieren eine Wohnung sucht, zahlt doppelt so viel wie noch vor 30 Jahren.
Das ist ein zunehmendes Problem bis in die Mittelschicht, weil die Löhne bei Weitem nicht so stark gestiegen sind.
Mit zwei Kleinen Anfragen im Parlament möchte die Fraktion der SP nun mehr über die Ursachen der steigenden Preise erfahren. Die Anfragen liegen beim Stadtrat für die Beantwortung.
Kleine Anfrage zum Anteil der Kurzzeitvermietung in Schlieren
Diesen Monat reichte Anita Petrovic, SP-Gemeindeparlamentarierin, eine Kleine Anfrage zum Anteil der Kurzzeitvermietung an der Wohnungskrise in Schlieren ein.
Sie begründet ihre Anfrage: «Ich habe die Kleine Anfrage eingereicht, weil ich befürchte, dass Airbnb, möblierte Kurzzeitvermietungen und Business-Apartments dem regulären Wohnungsmarkt in Schlieren Wohnungen entziehen und den Druck weiter erhöhen. Mir fehlen verlässliche Daten – deshalb will ich Ausmass und Auswirkungen auf Verfügbarkeit und Mietpreise klären. Vom Stadtrat erwarte ich Transparenz und eine klare Einschätzung.»
Die Kleine Anfrage wurde gestern an den Stadtrat überwiesen und ist somit publik.
Wie hoch ist der Anteil von Liegenschaften im Besitz privater Gesellschaften?
In seiner Kleinen Anfrage vom letzten Dezember wirft Thierry Lustenberger, Fraktionspräsident der SP Schlieren, die Frage auf, wie sich der Anteil an Liegenschaften im Besitz der Stadt oder von Wohnbaugenossenschaften gegenüber Liegenschaften in privatem Besitz über die Jahre entwickelt hat.
Er möchte mit seiner Anfrage die Ursachen der steigenden Preise verstehen: «Wie kann es sein, dass in Schlieren aus den Mietern innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten 100 Prozent mehr Mieten ausgepresst werden?
Ich vermute, dass es damit zusammenhängt, dass immer mehr Liegenschaften in den Händen von privaten Gesellschaften sind, die aus dem Bedürfnis der Menschen zu wohnen, maximal Profit schlagen wollen.
Das wäre nicht nötig. Zahlreiche Wohnbaugenossenschaften zeigen, wie man deutlich tiefere Mieten verlangen kann und es trotzdem wirtschaftlich aufgeht. Das gilt auch für Liegenschaften in städtischem Besitz oder solche, die im Baurecht abgegeben werden.“
Schlieremer Bevölkerung erwartet Massnahmen für günstigen Wohnraum
Daten zur Entwicklung der Eigentumsverhältnisse des Wohnbestandes und zu Kurzzeitvermietungen sind in Schlieren bisher nicht öffentlich verfügbar. Diese Informationen sind für die SP zentral, um wirkungsvolle Massnahmen gegen die Wohnungskrise zu entwerfen.
Annina Aeberli, Präsidentin der SP Schlieren, stellt fest: «Die Situation läuft aus dem Ruder. Wir brauchen eine saubere Aufarbeitung der Situation, um schnell griffige Massnahmen ergreifen zu können. Der freie Markt funktioniert nicht bei Wohnungen und die Wohnungskrise verunsichert viele Menschen.
Die SP verlangt, dass der Stadtrat in Zukunft eine aktive Wohnungspolitik verfolgt, um den Anteil kostengünstiger und gemeinnütziger Wohnungen zu erhöhen. Für die SP ist die Wohnungskrise ein Schwerpunkt unserer Arbeit in der kommenden Legislatur.«
Im letzten Herbst erhob die SP in einer Umfrage, wie die Bevölkerung die Wohnungssituation in Schlieren erlebt. Die Umfrage zeigte, dass die Schlieremer Bevölkerung die Mietzinse als hoch erlebt und von der Stadt und dem Kanton Massnahmen für günstigen Wohnraum erwartet.










