Schlieren

    Schlieren ZH: Postulat fordert mehr Schatten und Bäume gegen die Hitze

    In Schlieren ZH verlangen Martin Künzle und Manuel Kampus (Grüne Fraktion) mit einem Postulat vom 22. Oktober 2026, dass der Stadtrat Massnahmen gegen die sommerliche Hitze prüft.

    Schlieren ZH
    Ortsschild der Gemeinde Schlieren (Symbolbild) - Nau.ch

    Postulat von Martin Künzle, Grüne Fraktion. Betreffend: Hitzeminderung im Stadtraum.

    Der Stadtrat wird gebeten zu prüfen, mit welchen planerischen und baulichen Massnahmen die Stadt Schlieren der sommerlichen Hitzebelastung im Stadtgebiet entgegenwirken kann.

    Zu prüfen sind insbesondere:

    1. Auswertung der kantonalen Klimakarten. Auswertung der kantonalen Klimaanalyse-, Bewertungs- und Planungshinweiskarten für das Stadtgebiet. Verschneidung mit lokalen.

    Daten (Baumbestand, Versiegelung, Standorte von Schulen, Kinderkrippen, Alterszentren und Alterswohnungen) zu einer priorisierten Liste von Handlungsschwerpunkten.

    2. Verankerung hitzemindernder Bestimmungen in der laufenden Gesamtrevision der Bau- und Zonenordnung. Gestützt auf die kantonalen Instrumente der klimaangepassten Siedlungsentwicklung, insbesondere zu Baumerhalt, Begrünung, Beschattung, Grünflächenanteil und Sicherung der Kaltluftströme.

    3. Massnahmen im öffentlichen Raum. Beschattung, Entsiegelung, Baumpflanzungen mit gesichertem Wurzelraum, Bewässerungen und Trinkbrunnen.

    4. Regenwasserrückhalt, die Versickerung und Verdunstung nach dem Schwammstadt-Prinzip als Mittel der Hitzeminderung 5. Einbettung in bestehende Strategien und Planungen der Stadt. Dazu überprüfbare Zielgrössen, Kosten, Zuständigkeiten und Zeitplan.

    Der Sommer 2026 war gemäss MeteoSchweiz der heisseste seit Messbeginn und zudem aussergewöhnlich trocken. Selbst bei konsequentem Klimaschutz dürfte die Erwärmung um 2050 rund 2 °Cerreichen. Eine Netto-Null-Strategie ist unerlässlich, doch Schlieren muss sich zusätzlich mit baulichen Massnahmen gegen die Hitze wappnen.

    Temperatur und Niederschlag kann die Stadt nicht beeinflussen. Sie kann aber beeinflussen, wie stark sich das Stadtgebiet aufheizt, wie viel Regenwasser zurückgehalten wird und wie gut die Stadt nachts abkühlt.

    Schlieren ist vom «Hitzeinseleffekt» betroffen.3Gebäude und versiegelte Flächen speichern die Wärme tagsüber und geben sie nachts nur langsam ab. In dicht bebauten Gebieten fällt dadurch die nächtliche Abkühlung, die für die Erholung nötig ist, immer häufiger aus. Als wachsende Stadt im Limmattal mit stark genutzten Verkehrsachsen und grossen versiegelten Arealen weist Schlieren die typischen Merkmale auf.

    Hitzeschutz muss an der Ursache ansetzen: in der Planung und in der BZO.

    Die kantonalen Grundlagen dafür bestehen. Der kantonale Richtplan verlangt eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung, die Gemeinden berücksichtigen sie in der Nutzungsplanung. Seit dem 1. Dezember 2024 stehen mit der Revision des Planungs- und Baugesetzes (unter anderem § 238a PBG) neue Instrumente zur Verfügung.

    Die Stadt Schlieren revidiert derzeit ihre BZO, die letzte Gesamtrevision stammt von 1996.

    Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um verbindliche Grünflächen- und Beschattungsanteile, den Erhalt von Altbäumen und den Schutz der Kaltluftströme zu verankern.

    Mit den kantonalen Klimaanalyse- und Planungshinweiskarten lässt sich das Stadtgebiet auswerten.5 Stark belastete Zonen können mit Kinderkrippen, Schulen und Alterszentren verschnitten und Prioritäten gesetzt werden. Das Schwammstadt-Prinzip hält Regenwasser zurück, statt es in die Kanalisation abzuleiten. Es unterstützt die Kühlung der Quartiere und senkt den Bewässerungsbedarf des Stadtgrüns.

    Werden die Massnahmen in ohnehin geplante Strassen- und Werkleitungsprojekte integriert, bleibt die Umsetzung für die Stadt wirtschaftlich tragbar. Das Postulat soll sicherstellen, dass Schlieren auch in Zukunft ein gesunder, lebenswerter und attraktiver Wohn- und Arbeitsort bleibt.

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