Der Kanton Obwalden soll bis 2035 mehr erneuerbare Energien produzieren, als er selber benötigt. Dieses Ziel hält der Regierungsrat in seiner neuen Energie- und Klimastrategie fest, die er am Mittwoch in die Vernehmlassung schickte. Deren Umsetzung dürfte Mehrkosten von rund 50 Millionen Franken zur Folge haben.

In der Strategie sind drei Ziele festgehalten. So soll Obwalden bis im Jahr 2035 mindestens 25 Mal mehr erneuerbare Energie produzieren. Damit wolle der Kanton Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen, hält Baudirektor Josef Hess (parteilos) in der Mitteilung fest. Man trage so gleichzeitig zur nationalen Versorgungssicherheit bei.

Weiter sollen die Treibhausgasemissionen auf dem Kantonsgebiet um mindestens 55 Prozent sinken. Die Regierung will in der Verwaltung zudem bis 2040 das Netto-Null-Ziel bei den Treibhausgasemissionen erreichen.

Um die Ziele zu erreichen, sind in der Strategie 26 Massnahmen definiert. So sollen bis 2028 2000 zusätzliche Photovoltaikanlagen auf Obwaldner Dächer erstellt, Elektromobilität gefördert oder die Tierfütterung optimiert werden. Auch neue Speicherkapazitäten und Trinkwasserkraftwerke sind Teil des Pakets.

Die Mehrkosten schätzt die Regierung auf insgesamt bis zu rund 55 Millionen Franken. Deren Finanzierung könne auf unterschiedlichem Weg erfolgen und müsse nicht zwingend aus Steuermitteln aufgebracht werden, heisst es in der Strategie. Sie könnte etwa durch Verursacher oder nationale Instrumente erfolgen.

Die neue Energie- und Klimastrategie ersetzt das Obwaldner Energiekonzept 2009, das einen Planungshorizont bis Ende 2020 hatte. Sie ist auf die Klimastrategie des Bundes ausgerichtet, mit dem Ziel, Netto Null bis 2050 zu erreichen. Die Vernehmlassung dauert bis am 15. Juli 2022.

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