Hauptstrasse Rorschach soll wieder belebt werden
Die Stadt Rorschach setzt auf Leerstandsmanagement, flexible Nutzungen und mehr Beratung, um Erdgeschosse an der Hauptstrasse wieder zu beleben.

Wie die Stadt Rorschach berichtet, ist die Hauptstrasse für Rorschach weit mehr als eine Verkehrsachse. Sie ist Einkaufsort, Begegnungsraum, Wohnadresse und Visitenkarte der Stadt.
Gleichzeitig steht sie vor Herausforderungen. Einige Erdgeschossflächen sind schwer zu vermieten, klassische Ladenlokale haben es anspruchsvoller, und Fragen zu Parkierung, Bewilligungen, Sichtbarkeit und Investitionen spielen eine wichtige Rolle.
Handlungsbedarf bei Erdgeschossen entlang Hauptstrasse
Der Stadtrat hat sich deshalb mit der Situation entlang der Hauptstrasse befasst. Die Rückmeldungen aus der Befragung der Grundeigentümer zeigen ein klares Bild: Die Obergeschosse sind mehrheitlich gut genutzt, vor allem als Wohnraum.
Der grössere Handlungsbedarf liegt bei den Erdgeschossen. Dort braucht es neue Ideen, flexible Lösungen und eine gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Eigentümerschaft und Betrieben.
Leider ist eine gemeinsame Veranstaltung mit Grundeigentümern am mangelnden Interesse gescheitert. Der Stadtrat hat ihnen deshalb auf schriftlichem Weg mögliche Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen vorgeschlagen.
Leerstandsmanagement und flexible Einstiegsmodelle
Ein wichtiger Ansatz ist ein aktives Leerstandsmanagement. Verfügbare Flächen sollen der Stadt mit den wichtigsten Angaben gemeldet werden, etwa Grösse, Zustand, mögliche Nutzung, Mietzinsvorstellung und Kontaktperson.
Die Stadt kann diese Informationen bündeln, als Anlaufstelle dienen und mithelfen, passende Nutzungen zu vermitteln.
Denkbar sind neben klassischen Mietverhältnissen auch Pop-ups, Zwischennutzungen, Testphasen, Start-up-Angebote oder gestaffelte Mietzinse. Solche Modelle können helfen, neue Nutzungen an der Hauptstrasse einfacher möglich zu machen.
Mehr Sicherheit bei Bewilligungen
Bei Schaufenstern, Reklamen, kleineren Umbauten oder Nutzungsänderungen bestehen oft Unsicherheiten. Der Stadtrat will deshalb die Beratung forcieren. Frühzeitige Vorgespräche, ein Bewilligungs-Check und verständliche Merkblätter sollen zeigen, was möglich ist und welches Verfahren gilt.
Damit lassen sich Verzögerungen und Fehlplanungen vermeiden. Gleichzeitig bleibt wichtig, dass Eigentümer sowie die Betriebe frühzeitig mit der Stadt Kontakt aufnehmen und Vorgaben vor der Umsetzung klären.
Sichtbarkeit und Kommunikation stärken
Neue Nutzungen, Aktionen und verfügbare Flächen brauchen Aufmerksamkeit. Die Stadt will deshalb ihre Kommunikationskanäle wie Stadtinfo, Webseite und Online-Kanäle nutzen, um positive Entwicklungen an der Hauptstrasse sichtbarer zu machen.
Dazu braucht es die Mitwirkung der Beteiligten vor Ort. Wer eine neue Nutzung eröffnet, eine Aktion plant oder ein Schaufenster aktiv bespielt, soll dies der Stadt melden. So können einzelne Impulse gebündelt werden und die Hauptstrasse wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Parkierung als praktischer Standortfaktor
In den Rückmeldungen wurde auch die Parkierung als wichtiges Thema genannt. Besonders für Mitarbeitende sowie für kurze Besuche ist eine gute Erreichbarkeit zentral. Die Stadt prüft deshalb ein vergünstigtes Parkierangebot für Mitarbeitende.
Die Betriebe und Eigentümerschaften sind eingeladen, ihren Bedarf zu melden. Gleichzeitig sollen kundennahe Parkplätze nach Möglichkeit für Kunden freigehalten werden.
Hausanalyse als Grundlage für Investitionen
Ein weiteres Element ist die sogenannte Hausanalyse. Sie bietet Eigentümern eine neutrale Einschätzung ihrer Liegenschaft. Dabei werden unter anderem Gebäudesubstanz, Nutzungsmöglichkeiten, baurechtliche Fragen, Wirtschaftlichkeit sowie Chancen und Risiken geprüft.
Eine solche Analyse kann besonders dort helfen, wo Sanierungen, Umnutzungen oder Investitionen in Fassaden, Eingänge und Erdgeschosse anstehen. Der Stadtrat möchte dieses Instrument im Rahmen einer Pilotphase unterstützen, indem er sich an den Kosten beteiligt.
Autoposer aus Anonymität holen
Verschiedene Rückmeldungen weisen auch auf Autolärm und wiederholtes Befahren der Hauptstrasse mit lärmenden Fahrzeugen hin. Solche Störungen beeinträchtigen die Aufenthaltsqualität und können sich negativ auf die Vermietbarkeit von Laden- und Gewerbeflächen auswirken.
Die Stadt kann Hinweise zu auffälligen Fahrzeugen entgegennehmen, Halterabklärungen vornehmen und Fahrzeughalter schriftlich verwarnen. Eine Kopie geht an die Polizei. Autoposer sollen sich bewusst werden, dass sie unter Beobachtung stehen.
Gemeinsames Vorgehen entscheidet
Der Stadtrat sieht die Belebung der Hauptstrasse als gemeinsame Aufgabe. Die Stadt kann Rahmenbedingungen verbessern, koordinieren, beraten und vermitteln.
Die sichtbare Wirkung entsteht aber erst, wenn Eigentümer sowie die Betriebe mitziehen: Flächen melden, flexible Mietmodelle prüfen, Investitionen vorbereiten, Schaufenster beleben und neue Nutzungen ermöglichen.
Entscheidend ist nicht, dass alles gleichzeitig geschieht. Wichtig sind erste sichtbare Schritte: eine vermittelte Fläche, ein aktiviertes Schaufenster, eine aufgewertete Fassade oder eine neue Nutzung. Aus solchen Schritten kann jene Dynamik entstehen, welche die Hauptstrasse braucht.









