Nidau

    Die Kirche Nidau schafft Wohnraum für ukrainische Flüchtlinge

    Die reformierte Kirchgemeinde Nidau stellt eine Wohnung für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung und spendet 6800 Franken an HEKS.

    Die Stadtverwaltung und die ev.-ref. Kirche in Nidau.
    Die Stadtverwaltung und die ev.-ref. Kirche in Nidau. - Nau.ch / Ueli Hiltpold

    Mit dem wöchentlichen Friedensgebet bietet die Kirche in Nidau einen Ort, um «Unmenschlichem menschlich zu begegnen».

    «Der Krieg in der Ukraine macht uns tief betroffen», sagt Kirchgemeinderätin Corine von Wartburg. Man habe rasch nach Möglichkeiten gesucht, um zu helfen. Schnell wurde klar, dass im Kirchgemeindehaus am Aalmattenweg genug Platz für eine Flüchtlingsfamilie wäre. In den geeigneten Räumen waren jedoch noch Büros der Kirchgemeindeverwaltung. «In den letzten Wochen haben wir die Büros zusammengelegt und kleinere bauliche Anpassungen vorgenommen», so von Wartburg. Vor drei Wochen konnten ukrainische Flüchtlinge die 3-Zimmer-Wohnung beziehen.

    Weiter liess sich die Kirchgemeinde von der politischen Gemeinde inspirieren. Die Stadt Nidau hat am nationalen Solidaritätstag pro Einwohner einen Franken gespendet. Die Kirche zieht mit, und überweist der Hilfsorganisation HEKS 6800 Franken – einen Franken pro Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Nidau.

    Die Kirchen setzen sich allgemein stark für die Flüchtlinge ein

    Kirchen seien grundlegend herausgefordert, sagt Pfarrer Urs Zangger. «Wir werden mit schrecklichen Nachrichten in Bild und Ton durch die Medien konfrontiert. Einzelne bekommen in persönlichen Kontakten die dramatischen Entwicklungen mit. Das kann überfordern, aufwühlen, hilflos machen oder vielleicht auch verängstigen.»

    Darauf habe man reagiert. «Seit 17 Wochen laden wir in der Kirche Nidau jeweils am Freitag um 18.30 Uhr zum offenen deutsch-französischen Friedensgebet ein», so Urs Zangger. «Wir wollen Unmenschlichem menschlich begegnen – schlicht und einfach.» Stille, Klänge, der Kanon «Dona nobis pacem» und Worte wie der als «UNO-Gebet» bekannte Freiheits- und Friedenstext von 1942 gestalteten den besinnlichen Moment.

    Im wiederkehrenden Anzünden von Kerzen drücke sich Verbundenheit mit den Betroffenen aus. Von diesem Angebot würden nicht nur die klassischen Kirchengänger Gebrauch machen, erzählt Pfarrer Zangger.

    «Man spürt, der Krieg lässt die Menschen nicht kalt.» Bei manchen würden auch eigene Kriegs- und Fluchterfahrungen aus der Kindheit wieder hochkommen, so Urs Zangger.

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