Das Waltenschwiler Trinkwasser gilt als sicher, trotz leichter Überschreitung der Höchstwerte.
Rueyres
Trinkwasser. (Symbolbild) - Keystone

Wie in vielen anderen Gemeinden des Schweizer Mittellands werden auch im Waltenschwiler Trinkwasser Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil beobachtet. Der Gemeinderat nimmt die Problematik ernst, verweist jedoch auf die Aussagen der Behörden, wonach das Aargauer Trinkwasser nach wie vor als sicheres Lebensmittel gilt.

Die Wasserversorgung Waltenschwil kontrolliert ihr Trinkwasser regelmässig gemäss den Empfehlungen des Aargauer Amts für Verbraucherschutz (AVS). Nachdem im Jahr 2019 bekannt wurde, dass Abbauprodukte des seit den 1970er-Jahren eingesetzten Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil (sogenannte Metaboliten) möglicherweise eine Gesundheitsgefährdung darstellen, wurde der Waltenschwiler Probeplan um diese Stoffe erweitert.

Wie in vielen anderen Gemeinden des Schweizer Mittellands wurden auch in Waltenschwil Chlorothalonil-Metaboliten festgestellt. Unter Beobachtung steht insbesondere der Metabolit R417888 «Chlorothalonil-Sulfonsäure». Bei den beiden Grundwasserfassungen, aus denen Waltenschwil sein Trinkwasser schöpft, zeigten sich dabei folgende Resultate:

- Das Grundwasserpumpwerk Hagächer zeigt starke Schwankungen bezüglich des Anteils von Chlorothalonil-Sulfonsäure; zuweilen lagen die Messwerte deutlich über dem zulässigen Höchstwert. Aus diesem Grund wurde dieses Pumpwerk vom Netz genommen. Zwar beträgt der Anteil des Pumpwerks Hagächer an der gesamten Waltenschwiler Trinkwasserversorgung nur rund sechs bis sieben Prozent, dennoch wurde die Förderung entsprechend eingestellt.

- Leichte Überschreitungen des Höchstwerts für Chlorothalonil-Sulfonsäure zeigten sich auch bei der Grundwasserfassung Hintere Mulde (Bremgarten). Die Werte lagen jedoch stets innerhalb der Messtoleranz. Gemäss einer Weisung des zuständigen Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sind entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Da eine «Filterung» von Chlorothalonil nach aktuellem Stand der Technik weder praktikabel noch wirtschaftlich vertretbar ist, steht dabei der Bezug von Trinkwasser aus weniger belasteten Ressourcen im Vordergrund.

Stark überschritten wurde der zulässige Höchstwert beim Metaboliten R471811, einem weiteren Chlorothalonil-Abbauprodukt. Von diesem Phänomen sind rund zwei Drittel aller Wasserversorgungen im Kanton Aargau betroffen.

Nach übereinstimmender Haltung des BLV und des AVS besitzt dieser Stoff jedoch nicht dieselben toxikologischen Eigenschaften wie Chlorothalonil-Sulfonsäure und wird nicht als gesundheitsgefährdend eingestuft. Das Trinkwasser in Waltenschwil sowie in allen Aargauer Gemeinden ist ein sicheres Lebensmittel und kann uneingeschränkt zum Trinken genutzt werden. Dies wird auch von allen Behörden mehrfach betont.

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